Gazastreifen : Rakete schlägt neben Hanijas Haus ein

Die israelische Luftwaffe hat ihre Angriffe auf Ziele im Gazastreifen fortgesetzt. Nach palästinensischen Angaben schlug in der Nacht eine Rakete in der Nähe des Wohnsitzes von Ministerpräsidenten Ismail Hanija ein.

New York/Gaza/Jerusalem - Weder Hanija noch seine Wächter seien Ziel des Angriffs gewesen, versicherte eine Militärsprecherin. Währenddessen feuerten militante Palästinenser mindestens acht weitere Kassam-Raketen in das israelische Grenzgebiet.

In der Nacht zum Freitag flogen israelische Helikopter in nur 90 Minuten sieben Luftangriffe auf Ziele der radikal-islamischen Hamas, zu der auch Hanija gehört, und der Organisation Islamischer Dschihad. Dabei wurden nach Angaben aus Krankenhauskreisen acht Palästinenser leicht verletzt, darunter ein achtjähriges Kind. Am Morgen wurden vier andere Palästinenser in zwei weiteren Luftangriffen im Gazastreifen verletzt.

Die israelischen Sicherheitskräfte nahmen außerdem sechs gesuchte Palästinenser in verschiedenen Städten Westjordanlands fest. Nach Rundfunkberichten waren auch mehrere Mitglieder der Fatah-Bewegung von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas darunter. Am Vortag hatte die Armee 33 führende Hamas-Mitglieder gefangen genommen, darunter Bildungsminister Nasser al-Schaer.

Palästinenser fordern Eingreifen des UN-Sicherheitsrats

Angesichts der fortgesetzten israelischen Luftangriffe auf Ziele im Gazastreifen haben palästinensische Diplomaten in New York ein Eingreifen des Sicherheitsrats gefordert. Der Sicherheitsrat solle einen sofortigen Waffenstillstand verlangen. Das höchste UN-Gremium solle außerdem internationale Beobachter in das Gebiet entsenden, verlangte der Palästinenservertreter bei den Vereinten Nationen in New York, Riyad Mansour. Der Sicherheitsrat sollte auch Israels "skandalöse und illegale Aktion" verurteilen, sagte Mansour unter Bezug auf die Verhaftung von Hamas-Angehörigen.

In Nablus im Westjordanland kam es bei einer Verhaftungsaktion am späten Donnerstag zu einem Feuergefecht zwischen Palästinensern und israelischen Soldaten. Nach Angaben des israelischen Militärrundfunks wurde ein Palästinenser dabei getötet.

Die US-Regierung äußerte sich nach der Festnahme der Hamas-Politiker besorgt. Zwar respektiere man die Absicht Israels, sich selbst zu verteidigen, sagte der stellvertretende US-Außenamtssprecher Tom Casey in Washington. Die israelische Regierung müsse jedoch "die Konsequenzen ihres Handelns in Betracht ziehen, einschließlich der Auswirkungen auf den Dialog, den wir gerne sehen würden". Die Festnahme gewählter Mitglieder von Palästinenser-Regierung und -Parlament löse "besondere Besorgnis" aus, betonte Casey. (tso/dpa)

0 Kommentare

Neuester Kommentar