Gazastreifen : Russland liefert Schützenpanzer an Palästinenserchef

Russland unterstützt Palästinenserpräsident Abbas: Zur Lösung der Konflikte im Gazastreifen sichert Moskau die Lieferung von Panzerwagen und Militärtechnik zu. Präsident Putin bekräftigte zudem sein Interesse an der Gründung eines unabhängigen palästinensischen Staates.

Moskau/RamallahDer russische Präsident Wladimir Putin hat Palästinenserpräsident Mahmud Abbas bei dessen Besuch in Moskau demonstrativ den Rücken gestärkt. Abbas sei der rechtmäßige Führer der Palästinenser, sagte der Kremlchef nach Angaben der Agentur Interfax. Russland hoffe, dass Abbas alles für die Einheit seines Volkes tun werde. Moskau sicherte Abbas die Lieferung von 50 Schützenpanzerwagen sowie weiterer Militärtechnik zu. Die Hilfe sei ausschließlich für die Aufrechterhaltung von Recht und Ordnung im Konflikt zwischen den Anhängern der Fatah und der radikal-islamischen Hamas bestimmt, teilte die russische Führung mit.

Darüber hinaus sicherte Präsident Putin Palästinenserpräsident Abbas seine volle Unterstützung bei der Lösung der Probleme im Gazastreifen zu. Moskau trete weiter für die Gründung eines unabhängigen palästinensischen Staates ein. Angesichts der Krise im Gazastreifen garantierte Russland zudem humanitäre Hilfe, ohne Einzelheiten zu nennen. Abbas schloss zum Abschluss seines Moskau-Besuches Verhandlungen mit der Hamas nicht aus, nannte allerdings als Voraussetzung, dass diese sich für die Gewalt im Gazastreifen entschuldige. Die Hamas hatte vor knapp sieben Wochen die Macht im Gazastreifen an sich gerissen. Russlands Vizeaußenminister Andrej Denissow bekräftigte, Moskau werde auf niedrigem Niveau weiter Kontakt zur Hamas-Führung halten. Ziel sei es, zwischen den Palästinenserfraktionen zu vermitteln und einen Dialog herzustellen.

Für Russland sei Abbas der Führer der palästinensischen Regierung, des Volkes und der Autonomiebehörde. Der Palästinenserchef habe Moskau zugesichert, die militärische Unterstützung nur für die Schaffung von Stabilität in der Krisenregion zu nutzen, sagte der Minister. Russland bildet gemeinsam mit den USA, den Vereinten Nationen und der Europäischen Union das "Nahost-Quartett", das sich um die Beendigung des Konfliktes bemüht. Zu Sowjetzeiten galt Moskau als Verbündeter der Palästinenser im Konflikt mit Israel. Der palästinensische Übergangspremier Salam Fajad bemühte sich unterdessen, seine Position in Bezug auf den Widerstand gegen Israel zurechtzurücken. "Wir sind von Israel besetzt, und Widerstand gegen die Besatzung ist ein legitimes Recht", sagte Fajad bei einem Ägyptenbesuch. Fajad hatte am Freitag den Entwurf eines Regierungsprogramms vorgelegt, das nicht mehr, wie bis dato obligatorisch, den Widerstand gegen die israelische Besatzung erwähnt. Bei der Hamas war das auf heftige Kritik gestoßen. (mit dpa)

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