Gazastreifen : Salafistenchef bei israelischem Luftangriff getötet

Die israelische Luftwaffe hat bei gezielten Angriffen im Gazastreifen einen der wichtigsten Chefs der radikalen Salafisten sowie zwei weitere Palästinenser getötet.

Nach dem Angriff werden die Verletzten ins Krankenhaus gebracht.
Nach dem Angriff werden die Verletzten ins Krankenhaus gebracht.Foto: Reuters

Nach übereinstimmenden Angaben kam Hischam al-Saedini am Samstagabend bei einem Luftangriff auf sein Motorrad im Norden des Palästinensergebiets ums Leben. Der 43-Jährige soll für mehrere Anschläge und Raketenangriffe auf Israel verantwortlich sein.

Nach Angaben palästinensischer Sicherheitsvertreter und der israelischen Armee wurden al-Saedini alias Abu al-Walid al-Makdissi und sein Mitfahrer getötet, als sie auf einem Motorrad im Flüchtlingslager Dschabalija unterwegs waren. Al-Saedini plante laut der israelischen Armee einen Angriff entlang der Grenze mit dem ägyptischen Sinai-Gebiet. Wenige Stunden später wurden bei einem weiteren israelischen Luftangriff auf ein Motorrad in der Nähe von Chan Junis im Süden des Gazastreifens ein 23-jähriger Mitglied der Palästinensischen Volksbefreiungsfront getötet und ein weiterer radikaler Palästinenser verletzt.

Als Reaktion auf einen palästinensischen Raketenabschuss auf den Süden Israels hatte die israelische Luftwaffe bereits am Samstagmorgen drei Angriffe auf den Gazastreifen geflogen. Am Samstagabend bombardierte sie ein Trainingslager des bewaffneten Arms der radikalislamischen Hamas. Zu dem Raketenangriff auf Israel bekannte sich die Bewegung Madschlis Schura al-Mudschahedin, ein Zusammenschluss mehrerer radikaler Salafisten-Gruppierungen, zu deren Mitbegründer al-Saedini zählt.

Al-Saedini ist Chef der radikalen Salafisten-Gruppe Tauhid wal-Dschihad und führende Kopf hinter dem neuen Salafisten-Bündnis, das für eine strenge Form des sunnitischen Islam eintritt. Die ursprünglichen Verbündeten der Hamas gehören inzwischen zu ihren schärfsten Kritikern im Gazastreifen: Sie werfen der seit Sommer 2007 regierenden Hamas vor, bei der Umsetzung des islamischen Rechts und im Kampf gegen Israel nicht radikal genug zu sein. Im Gegensatz zu allen anderen Palästinenserbewegungen stehen die salafistischen Gruppierungen der Ideologie von El Kaida nahe.

Al-Saedini, der einen jordanischen Pass besitzt, wurde von der Hamas inhaftiert, im August 2012 aber auf Vermittlung Jordaniens wieder freigelassen. Er gehörte zu den inhaftierten Salafisten, die im April 2011 mit der Entführung des italienischen Journalisten und Friedensaktivisten Vittorio Arrigioni freigepresst werden sollten. Noch vor Ablauf des Ultimatums an die Hamas hatten die salafistischen Entführer jedoch ihr Opfer getötet. (AFP)

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