Politik : Geburtsanzeige

Robert Birnbaum

Foto: Rückeis / Montage: DP

HINTER DEN LINDEN

Es war eine sehr kleine Pressekonferenz in einem sehr kleinen Raum, nur fünf Journalisten waren gekommen, als bei einem das Handy klingelte. Weil diese Geschichte ein gutes Jahrzehnt zurückliegt, als die Handys noch unhandlich, aber dafür lautstark waren, strebte der Besitzer der Krawallmaschine eilends vor die Tür. Wenig später kam er wieder rein, ging vorn an den Tisch zu dem alterfahrenen Pressesprecher und bat tuschelnd um Dispens, aber er müsse, dringender Angelegenheiten wegen, vorzeitig gehen. Der alterfahrene Pressesprecher nickte väterlich. Als sich die beiden drei Monate später wieder einmal trafen, fragte der Ältere sofort: „Und, wie geht’s dem Kleinen?“ Der Jüngere war bass erstaunt, noch mehr aber, als der Ältere erläuterte: „Der Gesichtsausdruck, mit dem Sie damals gegangen sind, der konnte nur eins heißen: Der wird gerade Vater!“

Manchen merkt man das sogar noch früher an. Womit wir bei Manfred Weber wären, Vorsitzender der Jungen Union in Bayern und mit 31 Jahren jüngster Landtagsabgeordneter, ausweislich der Homepage seiner Tanzband „Peanuts“ als „Frauenschwarm“ um das niederbayerische Abensberg herum bekannt, aber vergebens, denn Manfred Weber ist seit vorigem September verheiratet. Und jetzt spricht er folgendermaßen: „Die junge Generation bekommt zu wenige Kinder.“ Nämlich im Durchschnitt nur deren 1,3 pro Paar, dabei seien 2,1 Kinder notwendig, sonst werde das nichts mehr mit der Rente. Deshalb appelliere er an seine Altersgenossen, ihre Einstellung zu ändern. Dass der Appell hilft, mag man bezweifeln, aber wir wissen jetzt alle: Manfred Weber wird bald Vater.

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