Politik : Gedenken an die Opfer von Srebrenica

Belgrad - Mehr als 30 000 Menschen haben am Mittwoch des 12. Jahrestages der Opfer des Massakers in der bosnischen Muslim-Enklave Srebrenica gedacht. Auf dem Friedhof der Gedenkstätte im Vorort Potocari wurden dabei die sterblichen Überreste von 465 Opfern beigesetzt. Den Massenerschießungen bosnischer Serbentruppen waren im Juli 1995 nach der Eroberung der Enklave mehr als 8000, überwiegend männliche Muslime zum Opfer gefallen.

Wie UN-Chefanklägerin Carla del Ponte nahm auch der neue Bosniengesandte, der Slowake Miroslav Lacjak an der Trauerfeier teil. Serbien hatte seinen Botschafter in Sarajevo zu der Gedenkveranstaltung entsandt. Führende Politiker der bosnischen Serben blieben dieser im Gegensatz zu früheren Jahren indes demonstrativ fern.

Eine seit Wochen heftig wogende Diskussion um den Status von Srebrenica hat die ohnehin gespannten Beziehungen zwischen dem Teilstaat der Republika Srpska und den muslimischen Bosniaken zuletzt merklich verschärft. Bosniakische Politiker fordern, Srebrenica aus dem serbischen Teilstaat herauszulösen, da sich dieser die Enklave durch Völkermord angeeignet habe. Politiker der bosnischen Serben werfen ihren bosniakischen Kollegen wiederum vor, als Mehrheit der Minderheit das Existenzrecht streitig zu machen. Lajcak hatte am Vorabend der Gedenkfeier 35 Beamte der Polizei der bosnischen Serben suspendiert: Sie stehen unter Verdacht, sich an Kriegsverbrechen beteiligt oder flüchtigen Kriegsverbrechern geholfen zu haben.tro

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