Politik : Gedenken an ein halbes Jahrhundert Konvention zum Schutz der Verwundeten und Zivilisten

Genf. Politiker und Prominente aus aller Welt haben am Donnerstag in einer Zeremonie der Vereinten Nationen in Genf den 50. Jahrestag der Verabschiedung der Genfer Abkommen gewürdigt. UN-Generalsekretär Kofi Annan und Prinz Hassan von Jordanien riefen Kriegsparteien in einer Erklärung dazu auf, die Konventionen zu respektieren, die Zivilisten, Verwundete und Kriegsgefangene schützen. Die vier Verträge wurden im Alabama-Saal des Rathauses von Genf am 12. August 1949 unterzeichnet seitdem von 188 Staaten ratifiziert.

Die Teilnehmer des Treffens am Donnerstag unterzeichneten im selben Saal eine Erklärung, in der alle Länder aufgerufen werden, auf den Krieg als Mittel zur Lösung von Konflikten zu verzichten und alle bestehenden Kriege zu beenden. Die Erklärung fordert Respekt vor der Menschenwürde und betont, dass Krieg nicht als unausweichlich gesehen werden sollte. "Wir sind überzeugt, dass eine Missachtung dieser Prinzipien die Wahrscheinlichkeit eines Krieges erhöht und Respekt vor ihnen eine Wiederherstellung des Friedens erleichtert", heißt es in dem Dokument. Der Appell wurde unter anderen von dem französischen Anwalt Serge Klarsfeld, dem chinesischen Regisseur Zhang Yuan und dem ehemaligen Präsidenten Portugals und Europa-Abgeordneten Mario Soares unterzeichnet.

Kofi Annan sagte in einer Rede, dass immer mehr Zivilisten Opfer des Krieges würden. Diese Verletzungen der internationalen Menschenrechte seien zum Kern der Kriegsführung geworden. Annan fügte hinzu, die Kriegsverbrechertribunale für Ex-Jugoslawien und Ruanda hätten den Konventionen mehr Leben und Relevanz gegeben.

Zum Jahrestag der verpflichten sich die Vereinten Nationen, deren Kodex bei allen neuen und fortlaufenden Friedensmissionen einzuhalten. Damit sind UN-Blauhelm-Soldaten künftig gebunden, die Vorschriften der Konventionen zum Schutz von Zivilisten und Verletzten im bewaffneten Konflikt strikt zu befolgen. Ein hoher UN-Repräsentant sagte in New York, dass sich die UN-Führung unter Generalsekretär Kofi Annan nach schlimmen Erfahrungen mit den Friedensmissionen in Somalia, Ruanda und Bosnien-Herzegowina zu diesem Schritt entschlossen habe.

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