Gedenken in Dresden : Bündnis ruft zu Demos gegen Neonazi-Aufmarsch auf

Seit Jahren versuchen Rechte den Jahrestag der Bombardierung Dresdens am 14. Februar für ihre Zwecke zu missbrauchen. Jetzt will ein breites gesellschaftliches Bündnis erstmals bundesweit Demonstration gegen den europaweit größten Neonazi-Aufmarsch starten.

Berlin/Dresden "Wir müssen miteinander in Dresden das angemessene Gedenken verteidigen", sagte Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD) am Montag in Berlin. Er verwies darauf hin, dass Neonazis und andere rechte Gruppierungen seit Jahren versuchten, die Erinnerung an die Opfer der Bombardierung vom 13. und 14. Februar 1945 "ins Gegenteil zu verkehren". Dies zu verhindern, gehe nicht nur die Dresdner an, sondern alle.

Nach Angaben der Geschäftsführerin des Kulturbüros Sachsen, Grit Hanneforth, mobilisieren in diesem Jahr wieder zahlreiche Alt- und Neonazis zu dem mittlerweile größten rechtsextremen Aufmarsch in ganz Europa nach Dresden. Erwartet würden bis zu 8000 Teilnehmer. Die Initiative "Geh denken" aus Parteien, Gewerkschaften und zivilgesellschaftlichen Organisationen rufe daher bundesweit dazu auf, den Rechtsextremismus friedlich und entschlossen in der sächsischen Landeshauptstadt zu stoppen.

Konzert vor der Semperoper

Nach Angaben der Veranstalter ist unter dem Motto "Ein klares Stopp dem Rechtsextremismus in Dresden" am Vormittag ein interkonfessioneller Gottesdienst am Rathenauplatz geplant. Ab 13 Uhr sollen die Demonstranten von drei Punkten aus durch die Innenstadt ziehen und sich zu einer Kundgebung an der Dresdner Synagoge treffen. Anschließend ist ein Konzert vor der Semperoper vorgesehen. Den Aufruf zu der Demonstration haben neben Thierse unter anderen der frühere Bundespräsident Richard von Weizäcker und die Präsidentin des Zentralrates der Juden, Charlotte Knobloch, unterschrieben. (küs/ddp)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben