Gedenkstätte geschändet : KZ-Inschrift "Arbeit macht frei" in Auschwitz gestohlen

UPDATE Die berüchtigte Inschrift „Arbeit macht frei“ am Eingangstor des früheren NS-Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau ist gestohlen worden. Polnische und israelische Politiker verurteilten die Tat.

Historische Aufschrift im KZ Auschwitz gestohlen
Auschwitz, heute Gedenkstätte.Foto: dpa

Unbekannte hätten die aus Eisen geformten Schriftzüge am frühen Freitagmorgen entwendet, sagte der Sprecher der Gedenkstätte, Jaroslaw Mensfeld. Er nannte die Tat „beschämend“.

Der polnische Vize-Außenminister Andrzej Kremer sagte der polnischen Nachrichtenagentur PAP, er sei schockiert, denn die Inschrift sei ein „Schlüsselsymbol für dieses Konzentrationslager“. Der Präsident des polnischen Senats, Bogdan Borusewicz, sagte dem Radiosender Jedynka, er hoffe, der Schriftzug werde bald gefunden und sei nicht beschädigt worden. Ex-Präsident Lech Walesa sagte dem Fernsehsender TVN24, es handele sich wohl eher nicht um eine politisch motivierte, sondern um eine kriminelle Tat.

Die israelische Regierung verurteilte den Diebstahl in scharfen Worten. Es handele sich um eine „scheußliche Tat“, die auf eine „Entweihung“ hinauslaufe,  erklärte Vize-Regierungschef Silvan Schalom am Freitag in Jerusalem. Durch eine solche Tat werde „der Hass und die Gewalt gegen Juden deutlich“.

Gedenkstätten-Sprecher Mensfeld fügte hinzu: „Das ist eine Schändung des Ortes, in dem mehr als eine Million Menschen ermordet wurden.“ Die Polizei habe Ermittlungen eingeleitet. Ein Spürhund nahm die Spur der Diebe auf, wie eine Sprecherin der Polizei von Oswiecim (Auschwitz), Malgorzata Jurecka, dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk sagte.
 
Die Gedenkstätte Auschwitz ist nachts geschlossen und wird von Nachtwächtern bewacht. Die Polizei begann am Freitagmorgen, die Bänder der Überwachungskameras an der Anlage auszuwerten.
 
In Auschwitz waren zwischen 1940 und 1945 etwa 1,1 Millionen Menschen, davon eine Million Juden, umgebracht worden. Die zynische Inschrift „Arbeit macht frei“ versinnbildlicht die Menschen
verachtendende Ideologie der Nazis. (AFP)

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