Politik : Gefangene der Taliban: "Sie waren alle sehr nervös"

Die aus der Gefangenschaft der Taliban entlassene britische Journalistin Yvonne Ridley (43) hat in der afghanischen Hauptstadt Kabul eine Zelle mit drei deutschen, einer australischen und zwei amerikanischen Entwicklungshelferinnen von Shelter Now geteilt. Das berichtete Ridley am Dienstag in mehreren britischen Boulevardzeitungen. Den Frauen wird zusammen mit einem deutschen und einem australischen Mitarbeiter der Hilfsorganisation Shelter Now gegenwärtig der Prozess wegen versuchter christlicher Missionierung gemacht.

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Umfrage: Befürchten Sie eine Eskalation der Gewalt? "Sie waren alle sehr nervös", berichtete Ridley in der Zeitung "Express". "Sie hatten große innere Kraft. Aber sie waren alle sehr nervös und ängstlich, weil sie nicht wussten, was die Taliban nach Beginn des Krieges mit ihnen machen würden."

Die Journalistin des "Sunday Express" war am Montagabend nach zehntägiger Gefangenschaft in Afghanistan in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad eingetroffen. Sie war am 28. September als Afghanin verkleidet ins Land eingereist. Ridley wurde tagelang wegen Spionageverdachts verhört. Um ihre "Rechte" durchzusetzen, sei sie in einen Hungerstreik getreten. "Darüber waren die Taliban sehr besorgt", schrieb Ridley weiter. "Der Hungerstreik war das einzige, was sie mir nicht verbieten konnten." Die Taliban hätten sie mit "Höflichkeit und Respekt" behandelt.

Im Osten Afghanistans nahmen die Taliban einen als Frau verkleideten Franzosen fest. Zunächst war nicht klar, ob es sich bei ihm um einen Journalisten handelte. Der Mann wurde am Dienstag mit zwei einheimischen Begleitern in Goshta aufgegriffen.

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