Gefechte : Rebellenchef im Kongo zu Verhandlungen bereit

Trotz erster Signale für Verhandlungen über einen Waffenstillstand haben Rebellen und Regierungstruppen im Osten des Kongos am Wochenende ihre Kämpfe fortgesetzt.

Jomba/Kinshasa -  Nach Angaben der UN-Mission im Kongo (Monuc) schoss die kongolesische Armee am Sonntagvormittag nahe der strategisch wichtigen Ortschaft Kanyabayonga in der Krisenprovinz Nord-Kivu Raketen auf die Rebellen ab, während diese Granatwerfer einsetzten.

Rebellenchef Laurent Nkunda erklärte sich nach einer Unterredung mit dem UN-Unterhändler Olusegun Obasanjo jedoch zu Gesprächen über einen Waffenstillstand bereit. „Wir wollen Kontakte zur gegnerischen Seite aufnehmen, um eine Waffenruhe zu vereinbaren“, sagte Nkunda am Sonntag in der Ortschaft Jomba, rund 80 Kilometer nordöstlich von Goma. Seine Einheiten hätten bereits der Einrichtung von Sicherheitskorridoren zur Versorgung der Zivilbevölkerung zugestimmt, ergänzte der Rebellenchef nach einem zweistündigen Gespräch mit dem früheren nigerianischen Präsidenten Obasanjo, der im Auftrag der Vereinten Nationen in die Krisenregion gereist war. Obasanjo war skeptisch in die Unterredung mit Nkunda gegangen. Er wisse nicht genau, was der abtrünnige Tutsi-General wolle, sagte er am Samstag. Nach der Einwilligung Nkundas zu Verhandlungen über eine Feuerpause forderte Obasanjo alle Konfliktparteien zu Friedensbemühungen auf. Ein Waffenstillstand funktioniere so „wie Tango-Tanzen“, sagte er. „Es kann nicht von einem allein getan werden.“

Die Kämpfe in Nord-Kivu waren bereits am frühen Morgen wieder aufgeflammt. Die Armee habe die Rebellen einheiten mit Panzern und Artillerie angegriffen, sagte ein Sprecher von Nkundas Rebellenorganisation Nationalkongress zur Volksverteidigung (CNDP).

Bei den Kämpfen zwischen Regierungstruppen und Anhängern Nkundas wurden seit September mindestens hundert Zivilisten getötet. 250 000 Menschen sind auf der Flucht. AFP

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