Politik : Gefechte zwischen Palästinensern

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Gaza - Die Spannungen in Nahost haben sich am Freitag erneut verschärft. Am Tag nach dem ersten Selbstmordanschlag auf Israelis seit mehr als zwei Monaten kam es im Gazastreifen am Freitag zu tödlichen Schießereien zwischen bewaffneten Palästinensergruppen. Der zur radikal-islamischen Hamas-Organisation gehörende neue Premier Ismail Hanija forderte in Gaza zu Ruhe auf. Er berief seine neue Regierung zu einer Krisensitzung ein.

Ein palästinensischer Attentäter hatte am Vortag im besetzten Westjordanland vier Israelis getötet. Der 24-Jährige habe sich als religiöser Jude verkleidet, sich als Anhalter von einer israelischen Familie mitnehmen lassen und seine Bombe am Eingang der jüdischen Siedlung Kedumim gezündet, teilte die Armee am Freitag mit. Die neue Palästinenserführung reagierte uneins auf die Tat.

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas verurteilte den Anschlag. Dagegen sagte Sami Abu Suhri, ein Sprecher der die Regierung führenden radikal-islamischen Hamas: „Der Widerstand gegen die Besatzung ist das Recht des palästinensischen Volkes.“ Zu dem Anschlag bekannten sich aber die Al-Aksa-Brigaden, der militärische Arm der Fatah-Partei von Palästinenserpräsident Abbas. Der Attentäter tötete ein Ehepaar und zwei Jugendliche.

Nach einem tödlichen Anschlag auf den palästinensischen Milizenführer Chalil al-Kauka am Freitag starben im Gazastreifen drei Männer bei Schießereien. Kämpfer der Volkswiderstandeskomitees, denen auch al-Kauka angehörte, hätten sich Feuergefechte mit bewaffneten Kräften der Fatah-Organisation geliefert, hieß es aus palästinensischen Polizeikreisen. Die radikalen Volkswiderstandeskomitees beschuldigten die Fatah, hinter dem Attentat auf al-Kauka zu stecken. Er war in Gaza getötet worden, als neben ihm ein mit Sprengstoff versehenes Auto explodierte.

In der Nacht hatten israelische Kampfflugzeuge Ziele im Gazastreifen angegriffen. Wie palästinensische Sicherheitskräfte berichteten, beschossen die F-16-Jets eine Straße und eine Brücke mit Raketen. Verletzte habe es nicht gegeben. Ein israelischer Militärsprecher betonte, die Luftangriffe hätten mit dem Anschlag nichts zu tun. Es handele sich um eine Reaktion auf palästinensische Raketenangriffe. dpa

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