Politik : Gegen Nato-Bomben

Die Akademie der Künste Berlin-Brandenburg hat auf ihrer Frühjahrstagung ein "Ende der serbischen Aggression" im Kosovo und ein Ende der Nato-Bombardierungen gefordert."Krieg darf auf keiner Seite ein Mittel der Politik sein", heißt es in einer gestern nach heftiger Diskussion mit großer Mehrheit verabschiedeten Resolution der Mitglieder, zu denen auch die Schriftsteller Christa Wolf und Peter Härtling gehörten.Die Akademie warnt darin vor einem "tödlichen Siegeswillen" in dem Balkan-Konflikt.

Am 8.Mai, dem Jahrestag der Beendigung des Zweiten Weltkrieges in Europa, verweist die Akademie auf die seither gewonnenen historischen Erfahrungen: "Konfliktlösung durch Vertreibung und Genozid erschien ebenso überwunden wie Bombenkriege.Mit der Fortsetzung des Krieges in Jugoslawien wird die Not der Menschen nicht gemildert sondern vertieft.Er wirft Europa zurück auf eine Politik der Gewalt, die seine humanen Grundlagen, seine Zivilisation zu zerstören droht." An jedem Tag, den der Krieg länger anhalte, werde deutlicher, "daß weder die Vertreibungen beendet noch eine dauerhafte Friedenslösung erreicht werden können".

In Anwesenheit zahlreicher Künstler und Politiker, darunter auch der brandenburgische Kulturminister Steffen Reiche (SPD), gab der Regierende Bürgermeister von Berlin, Eberhard Diepgen (CDU), am Sonnabend den vorgezogenen Startschuß für den geplanten Neubau der Akademie der Künste Berlin-Brandenburg am Pariser Platz.

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