• Gegen Zwei-Staaten-Lösung: Israels Präsident Rivlin für Föderation mit Palästinensern

Gegen Zwei-Staaten-Lösung : Israels Präsident Rivlin für Föderation mit Palästinensern

Israels Staatspräsident Reuven Rivlin hat sich für eine palästinensisch-israelische Föderation ausgesprochen. Eine Zwei-Staaten-Lösung lasse sich nicht erzwingen. Deutschland nannte er vor seinem Besuch in der kommenden Woche einen "guten Freund".

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Reuven Rivlin, Israels Staatspräsident, hält die deutsch-israelischen Beziehungen für gut.
Reuven Rivlin, Israels Staatspräsident, hält die deutsch-israelischen Beziehungen für gut.Foto: Reuters

Israels Präsident Reuven Rivlin hat sich für eine Föderation mit den Palästinensern ausgesprochen. "Ein Staat für zwei Völker, mit zivilen Rechten für beide. Zwei Entitäten Seite an Seite", sagte der Politiker, der zur rechten Likud-Partei gehört, dem Nachrichtenmagazin "Focus". Rivlin ist seit langem als entschiedener Gegner der Zwei-Staaten-Lösung bekannt. Jetzt sagte er, Israelis wie Palästinenser müssten Kompromisse eingehen, um einen Weg für ein friedliches Zusammenleben zu finden.

„Beide Seiten müssen Kompromisse schließen“, betonte er. Erst wenn beide Seiten begriffen, dass sie zusammen leben müssten, werde es Frieden geben. Das könne in einer Föderation sein. Die Tragödie, in der Juden und Palästinenser seit 150 Jahren lebten, müsse beendet werden. „Wir müssen uns zusammen hinsetzen und einen Weg finden, wie wir für die nächsten Jahre zusammenleben können.“

Teile der Staatengemeinschaft versuchten, den Konflikt im Nahen Osten zu beenden, indem sie eine Zwei-Staaten-Lösung zu erzwingen versuchten. "Aber das würde den Konflikt nur verschärfen", sagte Rivlin.

Der israelische Präsident kommt kommende Woche nach Deutschland, um an den Feiern zum 50. Jubiläum der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen den beiden Staaten teilzunehmen. In dem Interview würdigte er die positive Entwicklung der Beziehungen. "Deutschland ist ein guter Freund", sagte Rivlin. Mit Deutschland habe sich über all die Jahre ein wirklicher Dialog entwickelt. Das jüdische Volk habe verstanden, dass sich die Deutschen selber Rechenschaft abgelegt und Lehren aus dem Zweiten Weltkrieg gezogen hätten. „Die Bevölkerung wie auch die politischen Führer waren bereit, Verantwortung zu übernehmen.“ Die Notwendigkeit, Israel als Staat zu schützen, sei Teil des deutschen Selbstverständnisses geworden. Die Tatsache, dass die Bundesregierung sich frei fühle, Israel auch zu kritisieren, zeuge davon, dass sie Israel als Freund betrachte.

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