Politik : Gehbehinderte erhalten Fahrgeld für Arztbesuch

Auch für Dialysepatienten sollen Krankenkassen Kosten erstatten

Cordula Eubel

Berlin . Für die Erstattung von Fahrtkosten zum Arzt sollen schon von diesem Freitag an großzügigere Regelungen gelten. Nicht nur für die Fahrt zur Dialyse, zur Strahlenbehandlung oder zur Chemotherapie sollen die Krankenkassen die Kosten erstatten. Auch Patienten mit besonderer Gehbehinderung sollen auf Kassenkosten zum Arzt transportiert werden können, teilte der Staatssekretär im Sozialministerium, Klaus Theo Schröder, am Donnerstag nach Beratungen mit Vertretern von Krankenkassen und Ärzten mit. Gleiches solle für hilfsbedürftige Patienten gelten, die etwa eine starke Sehschwäche haben oder aber bei erwerbsgeminderten Personen. Die Vereinbarung müsse noch vom Gemeinsamen Bundesausschuss in seiner nächsten Sitzung am 27. Januar verabschiedet werden, sagte der Staatssekretär. Die Spitzenverbände der gesetzlichen Krankenversicherung wollten ihren Mitgliedskassen aber empfehlen, schon ab Freitag den Versicherten die Fahrtkosten zu bezahlen.

Auch chronisch Kranke sollen nach Angaben des Sozialministeriums bald erfahren, ob für sie die geringere Zuzahlungsgrenze von einem Prozent der Bruttoeinkünfte im Jahr gilt. Ebenfalls am 27. Januar sei mit einer Definition durch den Bundesausschuss zu rechnen, sagte Schröder. Der Staatssekretär skizzierte eine Lösung: Danach soll als chronisch krank gelten, wer achtmal im Jahr wegen seiner Krankheit den Arzt aufsuchen muss, wer in den letzten zwei Jahren wegen seiner Erkrankung zweimal im Krankenhaus war, wer zu 70 Prozent schwerbehindert oder erwerbsgemindert ist und wer als Pflegebedürftiger die Pflegestufe I oder II erhält. Zusätzlich soll Mitte des Jahres ein Indikationskatalog mit Krankheiten vorliegen, die als chronisch anerkannt werden. Erste Krankheiten sollen schon im Januar aufgelistet werden. Bei der Verordnung der Antibabypille soll künftig häufiger als bisher eine Verordnung für ein halbes Jahr zur Praxis werden.

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