Politik : Geheimdienst soll Menschenrechtler ermordet haben

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Jakarta Nach einem Untersuchungsbericht ist der indonesische Geheimdienst BIN in die Ermordung des Menschenrechtlers Munir verwickelt, die weltweit Aufsehen erregt hat. Munir, Indonesiens prominentester Menschenrechtler, war im vorigen Jahr mit Arsen umgebracht worden. „Basierend auf allem, was wir zusammengetragen haben, ist davon auszugehen, dass der Geheimdienst eine große Rolle gespielt hat bei einer gut geplanten Verschwörung, Munir zu ermorden“, sagte Asmara Nababan in Jakarta. Nababan ist stellvertretender Vorsitzender einer Untersuchungsgruppe, die Indonesiens Präsident Yudhoyono zur Unterstützung der Polizei gebildet hatte. Ihr sechsmonatiges Mandat ging am Donnerstag zu Ende. „Wir haben die Namen derjenigen, die Schlüsselrollen gespielt haben. Aber wir wissen nicht, wie weit ihre Beteiligung ging“, sagte Nababan. Unklar sei auch, ob der Geheimdienst das Verbrechen als Institution begangen oder ob Personal auf eigene Faust gehandelt habe.

Der Anwalt Munir war Träger des Alternativen Nobelpreises 2000. Er hatte sich in seinem Land, das bis 1998 von Militärs regiert wurde, für Gewaltopfer eingesetzt. Während der Demokratisierung Indonesiens wollte Munir mehrere Generäle vor Gericht bringen. Nach Morddrohungen starb Munir am 7. September 2004 während eines Fluges der staatlichen Linie Garuda nach Amsterdam. Todesursache war laut Autopsiebericht eine Arsenvergiftung. Als Verdächtiger verhaftet wurde bislang nur ein Garuda-Pilot mit Geheimdienstkontakten. mkb

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