Geheimdienstbericht : Gerüchte um Tod von bin Laden

Ein Zeitungsbericht hat Spekulationen über den möglichen Tod des Chefs des Terrornetzwerks Al Qaida, Osama bin Laden, ausgelöst. Politiker bezweifeln jedoch die Echtheit dieser Informationen.

Paris/New York - Nach Informationen saudiarabischer Geheimdienste soll Bin Laden einer schweren Form von Typhus erlegen sein, berichtete die französische Zeitung "L'Est Républicain" unter Berufung auf Dokumente des französischen Auslandsgeheimdienstes DGSE. Diese sollen die Erkenntnisse der saudiarabischen Dienste enthalten. Der DGSE wollte sich nicht dazu äußern. Der französische Präsident Jacques Chirac wies den Bericht als "in keiner Weise bestätigt" zurück. Auch die USA und Pakistan wollten den angeblichen Tod von bin Laden nicht bestätigen.

Bin Laden sei am 23. August in Pakistan an einer schweren Form von Typhus erkrankt, die zu einer Lähmung seiner Beine geführt habe, hieß es in dem Zeitungsbericht. "Seine geographische Isolation wegen der ständigen Flucht scheint medizinische Hilfe unmöglich gemacht zu haben, und am 4. September erhielten die saudiarabischen Geheimdienste die ersten Informationen über seinen Tod", zitierte die Zeitung aus dem DGSE-Dokument. "L'Est Républicain" berichtete weiter, die saudiarabischen Behörden warteten derzeit auf weitere Details, unter anderem auf den exakten Bestattungsort von bin Laden, bevor sie dessen Tod bekannt geben wollten.

Informationen wenig vertrauenswürdig

Westliche und pakistanische Geheimdienstbeamte schätzten die Dokumente als vage ein und äußerten sich so zurückhaltend, dass die Informationen als wenig vertrauenswürdig gelten müssen. Frankreichs Präsident Chirac zeigte sich beim deutsch-französisch-russischen Dreiergipfel in Compiègne bei Paris "etwas überrascht", dass eine vertrauliche Notiz des französischen Auslandsgeheimdiensts DGSE an die Öffentlichkeit gelangen konnte.

Ein Sprecher des Weißen Hauses erklärte ebenso wie der Sprecher des US-Außenministerium, dass ihnen keine Informationen vorlägen, die den Bericht bestätigten. Auch der pakistanische Innenminister Aftab Sherpao sagte, es gebe keine Hinweise, die den Bericht bestätigten. "Nein, wir haben keinerlei Informationen dieser Art", betonte Sherpao. Ein ranghoher Sicherheitsvertreter sagte, die Zusammenarbeit zwischen den pakistanischen und den saudiarabischen Geheimdiensten sei "exzellent"; es sei aber keinerlei Information über den Tod bin Ladens ausgetauscht worden. Es scheine unbegreiflich, dass ein solches Ereignis in Pakistan, "wo wir Al Qaida unter Unterlass jagen", unbemerkt bleibe. (tso/AFP)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben