Geheimdienstberichte : Kim Jong Il offenbar im Krankenhaus

Nordkoreas Herrscher Kim Jong Il ist nach Aussage von Japans Ministerpräsident im Krankenhaus. Medien berichten außerdem, dass ein französischer Chirurg zur Behandlung des Staatschefs nach Nordkorea unterwegs sei.

Kim
Bild aus besseren Tagen. Kim Jong Il im Jahr 2005. -Foto: AFP

TokioÄußerungen des japanischen Regierungschefs Taro Aso haben die Spekulationen über den Gesundheitszustand von Nordkoreas Staatschef Kim Jong Il erneut angeheizt. Japan verfüge über Informationen, nach denen sich Kim "höchstwahrscheinlich im Krankenhaus" befinde, sagte Aso vor dem Parlament in Tokio. Kims Gesundheitszustand sei zwar "nicht sehr gut", er sei jedoch in der Lage, Entscheidungen zu treffen. Der japanische Fernsehsender Fuji berichtete unterdessen, dass ein Neurochirurg aus Frankreich zur Behandlung Kims nach Nordkorea gereist sei. Ein Arzt, dessen Namen die französische Zeitschrift "Le Point" ins Spiel gebracht hatte, dementierte umgehend.

Dem Staatschef gehe es gut genug, um seine täglichen Pflichten zu erfüllen, sagte Aso unter Berufung auf Informationen des japanischen Geheimdiensts. Er fügte hinzu, dass er den Fuji-Bericht kenne. "Auch wir wissen, dass sich ein französischer Chirurg auf den Weg nach Peking gemacht hat, nachdem er von Kims ältestem Sohn, Kim Jong Nam, in Paris aufgesucht wurde", fügte Aso hinzu. Peking ist der Umsteige-Flughafen für Reisen nach Nordkorea.

Chirurg: "Bin in Peking und nicht in Nordkorea"

Der japanische Sender hatte am Montag Bilder gezeigt, die den Angaben zufolge in der vergangenen Woche in Paris aufgezeichnet worden waren. Darauf war ein unkenntlich gemachter Mann zu sehen, den Fuji-TV als Chirurgen bezeichnete. Er soll nach einem Besuch eines Sohnse von Kim vom Flughafen Charles de Gaulle in Paris nach Peking gereist sein. Nach Angaben der französischen Zeitschrift "Le Point" handelt es sich dabei um den Neurochirurgen Francois-Xavier Roux, der in Paris eine Abteilung der Klinik Sainte-Anne leitet. Der langjährige Freund des französischen Außenministers Bernard Kouchner dementierte in einer SMS an die Nachrichtenagentur AFP die Berichte. "Ich bin in Peking und nicht in Nordkorea", schrieb er am Dienstag, ohne jedoch nähere Angaben zu machen.

Kim Jong Il ist seit Wochen von der Bildfläche verschwunden und war Anfang September unter anderem nicht zur Parade anlässlich des Nationalfeiertags in Nordkorea erschienen. Südkoreanischen Angaben zufolge hatte sich der Staatschef nach einem Schlaganfall einer Gehirnoperation unterziehen müssen. Nordkorea weist die Spekulationen um den Gesundheitszustand von Kim als Propaganda zurück. (jvo/AFP)

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