Geheimdienste : BND-Chef Uhrlau weiter in der Kritik

In der Kosovo-Affäre um drei verhaftete Agenten wächst der Druck auf BND-Präsident Ernst Uhrlau: Das Parlamentarische Kontrollgremium will in der kommenden Woche das Krisenmanagement des Auslandsgeheimdienst-Chefs kritisch beleuchten.

BND Uhrlau
Ernst Uhrlau ist seit 2006 Präsident des Bundesnachrichtendientes. -Foto: Rückeis

Der stellvertretende PKG-Vorsitzende Max Stadler (FDP) sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung" in der Montagsausgabe: "Die politische Aufarbeitung der Kosovo-Affäre kann mit der Freilassung der drei BND-Agenten nicht abgeschlossen sein." Vielmehr werde das Krisen-Management Gegenstand einer weiteren Sitzung des Kontrollgremiums sein. Stadler sagte: "Wenn unschuldige BND-Mitarbeiter mehr als eine Woche unter dramatischen Umständen in Haft sitzen, war das Krisen-Management völlig unbefriedigend."

Hilferuf der Agenten blieb offenbar ungehört

Nach Medienberichten soll ein frühzeitiger Hilferuf der später verhafteten Agenten an die BND-Zentrale mehrere Tage lang nicht beachtet worden sein. Der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Hans-Peter Uhl (CSU), sagte dem Blatt mit Blick auf Uhrlau: "Wenn ein BND-Präsident über derart schwerwiegende Vorkommnisse nicht unverzüglich unterrichtet wird, damit er handeln kann, dann hat er den Dienst nicht mehr unter Kontrolle."

Die drei BND-Männer waren im November in Pristina unter dem Vorwurf verhaftet worden, einen Anschlag auf die EU-Verwaltung verübt zu haben. Ein Richter ordnete für sie 30 Tage Untersuchungshaft an. Die Männer wurden am 28. November freigelassen, nachdem sich die Vorwürfe gegen sie als haltlos erwiesen hatten. (rf/dpa)

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