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Geheimtreffen in Luxemburg : Euro-Krise: Austrittsszenario für Griechenland dementiert

Ein Treffen von Finanzministern der Euro-Zone am Freitagabend in Luxemburg hat für Unruhe in den politischen Zentren gesorgt. Von mehreren Seiten wurde aber klar dementiert, dass es dabei um einen Austritt Griechenlands aus dem gemeinsamen Währungsraum gehe.

Ein solcher Schritt „stand und steht nicht an“, hieß es in deutschen Regierungskreisen. „Der Bericht über einen Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone ist falsch“, sagte der griechische Finanzstaatssekretär Filippos Sachinidis. "Spiegel Online" hatte berichtet, Vertreter der Euro-Gruppe wollten am Freitagabend zu einem Krisentreffen in Luxemburg zusammenkommen, um über die angeblichen Pläne zu beraten.

Nach Informationen aus EU-Kreisen nahmen Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble und seine Amtskollegen aus Frankreich, den Niederlanden und Finnland an der Zusammenkunft teil. In Koalitionskreisen in Berlin hieß es, von deutscher Seite sei neben Schäuble auch sein Staatssekretär Jörg Asmussen vertreten. „Es geht um Portugal, Griechenland und die Europäische Zentralbank“, sagte ein mit dem Vorgang Vertrauter. Solche Treffen im kleinen Kreis seien nichts Neues.

Der Termin am Freitagabend spricht allerdings dafür, dass es sich um einen ernsten Vorgang handeln könnte: Bei heiklen Beschlüssen wird gerne das Wochenende genutzt, weil dann die Finanzmärkte pausieren. Für einen Austritt eines Mitglieds aus der Euro-Zone gibt es bisher keine rechtliche Grundlage. Viele Experten halten einen solchen Schritt wegen des dann schwindenden Vertrauens in den Euro für teurer als alle Rettungspakete. Das Austrittszenario wäre also auch als Drohung Griechenlands vorstellbar, um bessere Konditionen für Hilfen zu erreichen. Ebenso denkbar wäre auch, dass die Euro-Zone die an den Märkten lange erwartete Umschuldung Griechenlands im Schutz des Wochenendes angeht.

Das griechische Finanzministerium bemängelte die „unverständliche Leichtfertigkeit“ der Mutmaßungen. Das Austrittsszenario sei wiederholt dementiert worden. „Derartige Veröffentlichungen stellen eine Provokation dar, sie unterminieren die Konsolidierungsbemühungen Griechenlands und dienen der Spekulation.“ Der Euro büßte nach Bekanntwerden des Treffens rund einen Cent gegenüber dem Dollar ein. (Tsp)

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