• Geisel-Drama auf Jolo: Europäer an anderen Ort verschleppt - Malaysia verhandelt offenbar gesondert mit Geiselnehmern

Politik : Geisel-Drama auf Jolo: Europäer an anderen Ort verschleppt - Malaysia verhandelt offenbar gesondert mit Geiselnehmern

Auf den Philippinen haben die Moslem-Rebellen ihre zehn weißen Geiseln erneut an einen anderen Ort verschleppt. Die Gruppe, darunter auch die deutsche Familie Wallert, wurde in den Küstenort Panamao gebracht, wie ein Regierungsgesandter am Freitag mitteilte. In einer zweiten Gruppe halten die Rebellen elf Asiaten fest. Malaysia soll nach Angaben eines philippinischen Polizisten eigene Vermittler zu den Geiselnehmern entsandt haben. 15 malaysische Unterhändler seien bereits am 10. Juni auf Jolo angekommen und hätten Kontakt zu den Rebellen der Gruppe Abu Sayyaf aufgenommen, sagte der Polizist am Freitag. Malaysias Außenminister Syed Hamid Albar bestritt jedoch, dass seine Regierung parallele Verhandlungen führe. Der Außenminister betonte jedoch, dass über eine Lösegeldzahlung nachgedacht werden müsse, um die Geiseln freizubekommen.

Die vietnamesische Regierung wies unterdessen Vorwürfe zurück, die Abu-Sayyaf-Gruppe mit Waffen beliefert zu haben. Ein entsprechender Bericht sei "verleumderisch", sagte eine Regierungssprecherin in Hanoi. Die philippinische Armee hatte am Donnerstag einen Bericht vorgestellt, dem zufolge in der ersten Juni-Woche aus Vietnam Munition und Waffen im Wert von etwa 360 000 Mark auf Jolo ankamen.

Die philippinische Regierung will zum Schutz der 21 Geiseln voraussichtlich die Medienberichterstattung über das Entführungsdrama einschränken. Möglicherweise solle Journalisten künftig der Zutritt zum Lager der Rebellengruppe Abu Sayyaf verboten werden, sagte Regierungssprecher Ricardo Puno am Freitag. Interviews mit den Geiseln und ihren Entführern wären dann nicht mehr möglich. Die große internationale Aufmerksamkeit der vergangenen Wochen habe den Entführern ein falsches Gefühl der Überlegenheit gegeben, sagte Puno.

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