Politik : Geiseldrama auf Jolo: Mission possible (Kommentar)

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Es war ein demonstrativ gutes Zeichen, dass der deutsche Außenminister - und nicht nur er allein - auf die Philippinen gereist ist, um dem Geiseldrama ein Ende zu bereiten. Joschka Fischer und seine Kollegen aus Frankreich und Finnland, deren Länder von der Entführung durch die selbsternannten Rebellen der Gruppe Abu Sayyaf ebenfalls betroffen sind, mussten ja genau wissen, was das weckt: Hoffnung! Die Hoffnung, dass Renate Wallert, ihr Mann, der Sohn, alle Geiseln, die gezeichnet sind von diesen Monaten im Dschungel, bald wieder nach Hause kommen. Denn Fischer und die anderen, nicht zuletzt Javier Solana, der EU-Beauftragte für Außenpolitik - die wollen doch nicht in einen Misserfolg reisen. Unzählige "Konsultationen" sind vorausgegangen. Im Klartext: Die Regierungen in Bonn, Paris, Oslo haben die Regierung in Manila und deren Emissäre unter Druck gehalten, damit es nicht statt Verhandlungen ein vorschnelles militärisches Eingreifen gibt. Nach der von großer Hoffnung begleiteten Mission aber wird die Frage beantwortet werden müssen, ob es wahr sein kann, dass Kriminelle, denen es in erster Linie ums Geld geht, ihre Geiseln einfach so gehen lassen, ohne Geld zu bekommen. Wie haben die Diplomaten gesagt? Kein Geld vom Staat. Ja, nicht direkt vom Staat, aber auf Umwegen, von anderen? Das reicht als Antwort für erste. Bis die Geiseln frei sind.

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