• Geiseldrama auf Jolo: Moslemrebellen entführen Arbeiter. Verhandlungsführer rechnen mit Freilassung von drei Malaysiern

Politik : Geiseldrama auf Jolo: Moslemrebellen entführen Arbeiter. Verhandlungsführer rechnen mit Freilassung von drei Malaysiern

Auf der Philippinen-Insel Jolo hat die muslimsche Rebellengruppe Abu Sayyaf drei neue Geiseln genommen. Die drei philippinischen Arbeiter seien von einer Baustelle entführt worden, berichtete die Polizei am Mittwoch. Als ihre Arbeitgeber mit den Entführern verhandeln wollten, seien Schüsse gefallen. Dabei sei einer der Arbeiter leicht verletzt worden.

Unterdessen zeichneten sich bei den 17 anderen Geiseln weitere Freilassungen ab. Unterhändler der philippinischen Regierung sagten am Mittwoch, die Freilassung der restlichen drei malaysischen Geiseln stehe unmittelbar bevor. Chefunterhändler Roberto Aventajado plane bereits seine Anreise in die südphilippinische Stadt Zamboanga. Die Verhandlungsführer zeigten sich optimistisch, dass auch die anderen Geiseln innerhalb der nächsten zwei Wochen freikommen.

Die Abu-Sayyaf-Rebellen hatten am Ostersonntag 21 Touristen und Hotelangestellte von einer malaysischen Ferieninsel entführt und nach Jolo verschleppt. Bislang ließen sie von dieser Gruppe sechs Malaysier und - als einzige westliche Geisel - die Deutsche Renate Wallert frei. Im Laufe des Geiseldramas wurden auch mehrere Journalisten verschleppt, die über die Entführung berichteten. Drei französische Journalisten befinden sich weiterhin in der Gewalt der Kidnapper.

Nach Polizeiangaben auf der Insel Jolo haben die Entführer von dem bislang gezahlten Lösegeld vor allem Waffen und Munition gekauft. Zudem sei die Zahl der Mitglieder der Gruppe von einst etwa 200 auf rund 3000 angewachsen. Der Gouverneur der südphilippinischen Provinz Sulu, Abdusakur Tan, kritisierte diese Entwicklung. "Das wird zum Problem werden", sagte er. "Wenn sie Geld haben, werden sie Waffen kaufen, und damit wird es sehr viel mehr Arbeit geben."

Einen Tag nach dem Bombenanschlag auf die Residenz des philippinischen Botschafters in Indonesiens Hauptstadt Jakarta waren die Hintergründe der Tat weiter unklar. Bei dem Attentat waren drei Menschen getötet und mehr als 20 verletzt worden.

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