Politik : Geiseldrama auf Jolo: Zitterpartie um Fernsehjournalisten

Sowohl der philippinische Chefunterhändler Robert Aventajado als auch der deutsche Asienbeauftragte Cornelius Sommer nannten am Freitag unabhängig voneinander Samstag als möglichen Termin für das Ende der seit vier Monaten andauernden Geiselnahme auf der Insel Jolo. Drei malaysische und eine philippinische Geisel in der Hand der Abu-Sayyaf-Rebellen wurden nach Aventajados Angaben zwar am Freitag einem Unterhändler anvertraut. Sie hätten das Geisellager aber noch nicht verlassen dürfen. Ein westlicher Diplomat bestätigte, dass Libyen 25 Millionen Dollar für die Freilassung der Geiseln zahlt.

Aventajado sagte der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag, er werde noch im Laufe des Tages nach Zamboanga fliegen und erwarte, alle 16 noch verbliebenen Geiseln am Samstag frei zu bekommen. Genaue Informationen zu den vier bereits an einen Unterhändler übergebenen Geiseln habe er nicht, sagte er. So weit er wisse, sollten diese mit einem Schnellboot nach Zamboanga gebracht werden, sie seien allerdings noch nicht frei.

Sommer sagte in der libyschen Hauptstadt Tripolis, noch sei unklar, ob auch die drei festgehaltenen französischen Fernsehjournalisten freikämen. Es gebe noch eine Zitterpartie, allerdings erscheine auch dieses Problem inzwischen lösbar. Er hoffe, dass alle Geiseln am Samstagmittag philippinischer Ortszeit (Samstagfrüh MESZ) in Richtung Libyen abfliegen könnten.

Für den Fall einer erfolgreichen Vermittlung im Geiseldrama soll der libysche Revolutionsführer Muammar el Gaddafi nach Angaben der "Leipziger Volkszeitung" eine Art "Freundschaftsbotschaft" des Westens erhalten. Bundesaußenminister Joschka Fischer werde diese mit den USA abgestimmte Botschaft überbringen, falls die westlichen Geiseln - unter ihnen zwei Deutsche - über Libyens Hauptstadt Tripolis zurückkehren können, berichtet das Blatt. Es beruft sich auf Regierungskreise in Berlin. Das Auswärtige Amt wollte diesen Bericht nicht kommentieren.

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