Politik : Geiseldrama: Kenia sucht die Täter Auch Deutsche kämpfen für somalische Miliz

Addis Abeba/Nairobi - Nach dem Ende des Geiseldramas in Nairobi suchen Experten in den Trümmern des teilweise eingestürzten Westgate-Einkaufszentrums nach weiteren Opfern. Zu den Forensikern, die am Mittwoch die kriminaltechnischen Untersuchungen aufnahmen, gehörten auch Spezialisten aus den USA, Großbritannien und Israel, berichtete die Zeitung „Daily Nation“. Bei dem Überfall in der kenianischen Hauptstadt, zu dem sich die somalische Islamisten- Miliz Al Schabab bekannte, starben mindestens 72 Menschen. Unter den Trümmern werden viele weitere Tote befürchtet. Bei dem Angriff waren auch Franzosen, Briten, Kanadier, Südafrikaner und US-Amerikaner getötet worden.

Die Forensiker in Nairobi wollen auch die Identität der Angreifer klären. Offenbar waren mehrere von ihnen unter dem teilweise eingestürzten Gebäude begraben worden. Fünf Täter kamen nach Angaben von Präsident Uhuru Kenyatta bei Schusswechseln mit den Spezialeinsatzkräften ums Leben. Elf Verdächtige, die in Zusammenhang mit der Tat stehen sollen, wurden festgenommen.

Das britische Außenministerium bestätigte Medienberichte, wonach auch ein Brite in Nairobi festgenommen worden war. Kenias Außenministerin Amina Mohamed hatte zuvor betont, auch zwei oder drei junge Amerikaner im Alter von etwa 18 und 19 Jahren zählten zu den Angreifern. Zudem soll die international gesuchte britische Terroristin Samantha Lewthwaite Berichten zufolge zu den Drahtziehern gehören. Die 29-Jährige ist die Witwe eines der Selbstmordattentäter, die für die Anschlagsserie in London im Jahr 2005 verantwortlich waren.

Die somalische Al-Schabab-Miliz dementierte allerdings, dass Frauen an der Attacke beteiligt waren. Laut einem Experten kämpfen auch deutsche Islamisten für die brutale Terrorgruppe, die in Somalia einen Gottesstaat auf Grundlage der Scharia aufbauen will. dpa

1 Kommentar

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben