• Geiseldrama von Jolo: Vermittler bei Familie Wallert - Erster Kontakt mit westlichen Entführten seit drei Wochen

Politik : Geiseldrama von Jolo: Vermittler bei Familie Wallert - Erster Kontakt mit westlichen Entführten seit drei Wochen

Die Göttinger Eheleute Wallert und ihr Sohn Marc haben im Geiselcamp auf den Philippinen erstmals seit mehr als drei Wochen Kontakt zu einem Vermittler der philippischen Regierung gehabt. Der Vermittler zeigte Reportern am Montag Fotos, die er von den insgesamt zehn westlichen Geiseln auf der südphilippinischen Insel Jolo machte. Darauf ist die schluchzende 57-jährige Renate Wallert beim Lesen eines der Briefe zu sehen, die ihr der Vermittler übergab. Das Foto zeigt die an Bluthochdruck leidende Musiklehrerin in einem geblümten Kleid auf einer Klappliege neben einem Zelt. Der Vermittler, der den Geiseln auch Nahrungsmittel und Lektüre mitbrachte, bezeichnete deren Gesundheitszustand als relativ gut.

Nach der Freilassung einer malaysischen Geiseln am Samstag halten die Moslemrebellen der Gruppe Abu Sayyaf noch insgesamt 20 Menschen in ihrer Gewalt. Die Rebellen hatten die zehn Touristen aus Deutschland, Finnland, Frankreich, Libanon und Südafrika aus Furcht vor einem Befreiungsversuch des Militärs von den asiatischen Geiseln getrennt untergebracht. Eine Ärztegruppe erhielt am Montag Zugang zu den malaysischen und philippinischen Geiseln. Die westlichen Entführten dürfe sie nicht aufsuchen. Die Freilassung einer malaysischen Geisel am Sonntag hatte Hoffnungen genährt, auch die übrigen Entführten könnten bald freikommen.

Ihre malaysischen Geiseln wollen die Entführer offensichtlich im Tausch gegen einen in Malaysia einsitzenden philippinischen Moslem freilassen. Dies schlagen die Moslemrebellen in einem Brief vor, den die Unterhändler der philippinischen Regierung am Montag erhielten. In dem von Rebellenführer Galib Andang alias Kommandant Robot unterzeichneten Brief verlangen die Moslemrebellen die Freilassung des 85-jährigen Moslems Mohamad Aklan, der in einem Gefängnis auf der Insel Borneo eine Haftstrafe verbüßt. Weshalb er in Haft sitzt, war zunächst nicht bekannt.

In dem Brief begründet Andang die Freilassung des Malaysiers Zulkarnain Hashim am vergangenen Freitag damit, dass dieser Moslem sei. Lösegeld sei nicht gezahlt worden.

» Gratis: Tagesspiegel + E-Magazin "Wahl 2017"

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben