Geiselkrise in Afghanistan : Struck: "Wir können solchen Forderungen nicht nachgeben"

Im Fall des entführten deutschen Ingenieurs in Afghanistan hat der SPD-Fraktionsvorsitzende Peter Struck unterstrichen, dass sich die Bundesregierung nicht erpressen lässt. Eine erste Auswertung des gestern ausgestrahlten Geisel-Videos ergab, dass die Bilder mehrere Tage alt sind.

Peter Struck Foto: dpa
Peter Struck. -Foto: dpa

Berlin/HamburgNach der Veröffentlichung eines Videos mit dem in Afghanistan entführten Deutschen setzt die Bundesregierung weiter auf eine Verhandlungslösung. Deutschland sei nicht erpressbar und könne Forderungen der Entführer nicht nachgeben, sagte Struck im ZDF-"Morgenmagazin". "Wenn die Bundesregierung nachgeben würde, würde es weitere Nachahmungstaten geben", betonte der SPD-Politiker. Struck räumte ein, dass die Situation in Afghanistan nach wie vor schwierig sei. Denn man wisse in Entführungsfällen nicht, ob der, mit dem man verhandle, auch wirklich zu Vereinbarungen autorisiert sei.

Video ausgewertet

Deutsche Geisel Foto: dpa
Video mit dem entführten Deutschen Rudolf B. -Foto: dpa

Eine erste Auswertung des Videos ergab nach Informationen von "Spiegel Online", dass die Bilder mehrere Tage alt sind. Die Aufnahmen, die dem arabischen TV-Sender Al Dschasira zugespielt wurden, seien auf einem Memory-Stick gespeichert. Aus den Informationen darauf gehe hervor, dass die betreffende Datei zuletzt am 28. Juli verändert worden sei. Außerdem erkannten dem Bericht des Online-Dienstes zufolge Experten des Krisenstabes, dass der 62-jährige Bauingenieur auf den Bildern eine Jacke trage, die ihm die Botschaft in Kabul Ende vergangener Woche über Vermittler in die Berge geschickt habe.

Der Mitarbeiter eines in Kabul ansässigen Unternehmens war vor knapp zwei Wochen zusammen mit einem Kollegen in der afghanischen Provinz Wardak, 100 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Kabul, entführt worden. Tage später gab Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) den Tod der zweiten Geisel, des 44 Jahre alten Bauingenieurs Rüdiger D. aus Mecklenburg-Vorpommern, bekannt. (mit dpa und ddp)

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