Geiselkrise : Seoul will mit Taliban reden

Im Kampf um die Freilassung der 21 südkoreanischen Geiseln erwägt die Regierung in Seoul ein Treffen mit den radikal-islamischen Taliban. Ein Gespräch zwischen den Rebellen und dem südkoreanischen Botschafter in Afghanistan, Kang Sung Zu, könnte im Verlauf des Tages stattfinden.

Seoul Die Bemühungen der Regierung in Seoul um die Freilassung der 21 Südkoreaner aus der Geiselhaft der radikal-islamischen Taliban in Afghanistan laufen auf Hochtouren. Unterhändler stünden mit den Taliban in Kontakt, um einen möglichen Treffpunkt für bilaterale Gespräche auszuhandeln, berichtete die nationale Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf Informanten.

Ein Treffen zwischen den Rebellen und dem südkoreanischen Botschafter in Afghanistan, Kang Sung Zu, wäre noch heute möglich. Offiziell wurden die Berichte in Seoul nicht bestätigt. Aus Regierungskreisen hieß es, Seoul versuche, die bestehenden direkten oder indirekten Kontakte mit den Rebellen zu erhalten. Die Geiselnehmer hatten am Donnerstag mitgeteilt, dass sie Gespräche mit der südkoreanischen Regierung aufgenommen und mit Kang telefoniert hätten. Mitglieder der Taliban in der südostafghanischen Provinz Ghasni seien zu einem Treffen von Angesicht zu Angesicht bereit.

Die Taliban bestanden auf ihrer Forderung nach Freilassung von acht Gesinnungsgenossen in afghanischer Haft. Nach dem Mord an einer zweiten Geisel in der Nacht zum Dienstag hatte die südkoreanische Regierung jedoch betont, die Erfüllung der Forderung sei jenseits ihrer Macht. Am 19. Juli waren 23 Südkoreaner in Ghasni verschleppt worden. Wenig später wurde eine erste Geisel, ein 42-jähriger Pastor, erschossen. (mit dpa) 

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