Politik : Geiseln in Nordafrika freigelassen Italiener im Dezember von Al Qaida entführt

von

Die nordafrikanische Terrororganisation „Al Qaida im islamischen Maghreb“ (AQMI) hat nach vier Monaten ein italienisches Urlauberpaar freigelassen. Der 65-jährige Sergio Cicala und die 39-jährige Philomene Kaboure waren im Dezember auf einer Landstraße in Mauretanien entführt und in den Norden des Nachbarstaates Mali verschleppt worden. Al Qaida hatte die Entführung als „Racheakt für die Verbrechen der italienischen Regierung in Afghanistan und im Irak“ bezeichnet. Zunächst wurde nicht bekannt, ob irgendwelche Forderungen der Geiselnehmer erfüllt worden sind. Nach Angaben aus gut unterrichteten Kreisen in Bamako sollen die Entführer die Freilassung inhaftierter Gesinnungsgenossen erreicht haben, meldet die Nachrichtenagentur AFP.

Der Maghreb-Terrorflügel Al Qaidas versuchte in der Vergangenheit immer wieder, Genossen in nordafrikanischen Gefängnissen freizupressen. Auch waren dem Vernehmen nach in früheren Entführungsfällen millionenschwere Lösegelder geflossen. Italiens Außenminister Franco Frattini sagte, die Freilassung der beiden Geiseln sei die „Frucht intensiver diplomatischer Bemühungen“. Die malische Regierung habe „entscheidende Aktionen unternommen, um diese Lösung zu erreichen“. Die Regierung Malis in der Hauptstadt Bamako hatte in diesem Entführungsfall vermittelt.

Die Terrorgruppe AQMI unterhält im wüstenartigen Norden Malis, der nicht unter der Kontrolle der malischen Regierung, sondern von Tuareg-Nomaden steht, eines ihrer wichtigsten Rückzugsgebiete in Nordafrika. Die Terroristenbewegung, in der sich Islamisten mehrerer nordafrikanischer Länder vereint haben, hatte Ende 2009 drei Spanier, einen Franzosen und die beiden Italiener gekidnappt. Der Franzose und eine Spanierin waren im Februar und März freigekommen. Nun durften die beiden Italiener nach Hause fahren. Um die Freilassung von zwei spanischen Entwicklungshelfern wird noch gerungen.

Im vergangenen Jahr waren im Grenzgebiet zwischen Mali und Niger bereits vier Europäer entführt worden: Ein Schweizer Ehepaar und eine deutsche Wüstentouristin waren Monate später freigekommen. Eine britische Geisel war getötet worden, nachdem London Verhandlungen abgelehnt hatte.

0 Kommentare

Neuester Kommentar