• Geiselnahme auf den Philippinen: Entführer fordern offenbar eine Million Dollar pro Geisel - Schreiner bauen Hütten für die Gefangenen

Politik : Geiselnahme auf den Philippinen: Entführer fordern offenbar eine Million Dollar pro Geisel - Schreiner bauen Hütten für die Gefangenen

Die Entführer auf den Philippinen fordern jetzt eine Million Dollar (rund zwei Millionen Mark) Lösegeld für jede ihrer Geiseln. Das sagte ein Kundschafter der Regierung in Manila am Freitag. Der Mann gehört zu einer Gruppe von Kundschaftern, die von den Regierungsunterhändlern zu den moslemischen Geiselnehmern entsandt wurden. Chefunterhändler Roberto Aventajado wollte die Lösegeldforderung zunächst nicht bestätigen. Gleichzeitig sagte er jedoch, eine Million Dollar pro Kopf wären zu viel.

Unter den 21 in den südphilippinischen Urwald verschleppten Geiseln wächst unterdessen die Angst vor einer noch wochenlangen Gefangenschaft. Nachdem Zimmerleute am Freitag mit dem Bau einer Hütte für die Entführten zum Schutz vor dem beginnenden Tropenregen begannen, sagte Werner Wallert aus Göttingen, dass sie eine Verbesserung ihrer Lebensumstände zwar schätzten. "Auf der anderen Seite ist das aber auch ein Zeichen für einen längeren Aufenthalt. Wir wollen aber hier raus", sagte der Erdkundelehrer der Deutschen Presse-Agentur.

Eine andere Geisel, der Finne Mirko Johannen Risto, äußerte Angst vor einer unabsehbaren Dauer ihrer Geiselhaft. Die neue Hütte sei "ein sehr schlechtes Zeichen. Ich befürchte, dass wir noch sehr lange hier bleiben werden". Die rund 20 Zimmerleute wollten die Unterkunft am Freitag noch vor Einbruch der Dunkelheit fertig stellen. Bislang sind die Geiseln in drei provisorischen Zelten untergebracht.

Die philippinische Ärztin Nelsa Amin hatte die Entführten am Freitag erneut untersucht und eine "leichte Verbesserung" ihres körperlichen Zustands festgestellt. Allerdings sei eine malaysische Geisel von einem Skorpion gestochen worden und leide unter hohem Fieber. Nach fast sechs Wochen Gefangenschaft seien alle Entführten sehr depressiv und hätten um Schlafmittel oder Valium gebeten, sagte die Chefin des Gesundheitsamts auf der Insel Jolo.

Neben drei Mitgliedern der Familie Wallert waren am Ostersonntag zwei Franzosen, zwei Finnen, zwei Südafrikaner, zwei Philippiner, eine Libanesin und neun Malaysier durch die militante Moslemgruppe Abu Sayyaf von der malaysischen Taucherinsel Sipadan auf die südphilippinische Insel Jolo verschleppt worden.

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