Geiselnahme : Franzose im Irak entführt

Zehn Tage nach der deutschen Archäologin Susanne Osthoff ist ein Franzose im Irak verschleppt worden.

Bagdad/Paris - Der Mitarbeiter der Hilfsorganisation AACCESS Bernard Planche wurde in Bagdad aus seiner Wohnung entführt. «Wir setzen alles in Bewegung, um seine Freilassung zu erreichen», versicherte Präsident Jacques Chirac am Montag in einem Telefonat mit Planches Tochter Isabelle. Chirac riet allen Franzosen, von Irakreisen abzusehen, solange die Sicherheit dort nicht garantiert sei.

Planche arbeitete nach Pariser Angaben «im Wirtschafts- und Sozialbereich» für AACCESS. Das Ministerium hatte ihm wegen der Gefahr für Leib und Leben geraten auszureisen oder zumindest engen Kontakt zur Botschaft zu halten. In irakischen Berichten hatte es geheißen, Planche sei als Ingenieur in der Wasserwirtschaft tätig.

Nach Angaben der irakischen Polizei wurde Planche von einem bewaffneten vierköpfigen Kommando verschleppt. Drei Männer und eine Frau seien bei ihm eingedrungen und hätten ihn mit Schlägen gegen den Kopf zum Mitgehen gezwungen. Bei ihrer Flucht hätten sich die Entführer ein Feuergefecht mit einem zufällig anwesenden Polizisten geliefert. Vor Planches Wohnung sei Blut gefunden worden.

Am 25. November war die Deutsche Susanne Osthoff gemeinsam mit ihrem Fahrer auf dem Weg nach Arbil (Nordirak) verschleppt worden. Die Entführer forderten die Bundesregierung in einem Video auf, die Zusammenarbeit mit dem Irak zu beenden. Zudem befinden sich vier christliche Menschenrechtsaktivisten aus Großbritannien, Kanada und den USA in der Hand von Geiselnehmern.

Experten meinen zu der Häufung, die Täter wollten damit wieder verstärkt die Aufmerksamkeit des Auslands auf den Irak lenken, nachdem Selbstmordanschläge nicht mehr so viel Beachtung fänden. In den vergangenen Monaten waren unter anderem drei französische Journalisten im Irak verschleppt worden. Alle drei kamen unverletzt nach 124 bzw. 157 Tagen Geiselhaft frei. (tso/dpa)

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