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Geiselnahme in Algerien : Islamisten nehmen 41 westliche Ausländer als Geiseln

Als Vergeltung für die französische Offensive in Mali haben Islamisten 41 Ausländer an einem algerischen BP-Standort in ihre Gewalt gebracht. Die Entführer gehören zu einem Ableger von Al Qaida. Gegen diesen und zwei weitere Gruppen richtet sich Frankreichs Militär-Einsatz.

Archivbild des BP-Standort auf dem In Amenas Gasfeld.
Archivbild des BP-Standort auf dem In Amenas Gasfeld.Foto: AFP

Bei dem Angriff auf einen Standort des Ölkonzerns BP in Algerien hat es am Mittwoch nach Informationen der Nachrichtenagenturen APS und der deutschen Presseagentur dpa zwei Tote und sieben Verletzte gegeben. Die algerische Nachrichtenagentur meldete weiter, der Angriff sei am Morgen in der Region von Tiguentourine erfolgt, rund 40 Kilometer von der Stadt In Amenas entfernt.

Der Angriff wurde von einem islamistischen Kommando verübt. Das algerische Innenministerium teilte mit, dass eine Gruppe schwer bewaffneter Terroristen in drei Fahrzeugen am Mittwochfrüh das Lager der Ölarbeiter überfallen habe. Die Bewaffneten hätten zunächst einen Bus ins Visier genommen, der mit einer Gruppe von Ausländern zum Flughafen von Amenas aufbrechen wollte. Dabei soll es die Toten und Verletzten gegeben haben. Dann seien sie in das Lager eingedrungen und hätten eine „unbestimmte“ Zahl Geiseln genommen. Algerische Truppen seien zu dem Ort entsandt worden.

Ein Sprecher der Islamistengruppe sagte gegenüber der mauretanischen Nachrichtenwebsite Agence Nouakchott und Sahara Medias, dass sie 41 westliche Ausländer gefangengenommen haben. Bei den Geiseln handele es sich um Angestellte des Konzerns, vor allem Briten, Norweger und Japaner. Ein algerischer Abgeordneter sagte, ein Franzose und vier Japaner seien als Geiseln genommen worden. Nach Angaben des irischen Außenministeriums ist unter den Geiseln auch ein irischer Staatsbürger. Der Mann stamme aus Nordirland, sei aber im Besitz eines irischen Passes.

Die Krise in Mali in Bildern
Ein Handout der französischen Armee, zur Verfügung gestellt vom French Army Communications Audiovisual office (ECPAD), zeigt einen französischen und einen malischen Soldaten im Gespräch, während der Militäroperation "Serval" in Diabali, Mali.Weitere Bilder anzeigen
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24.01.2013 15:12Ein Handout der französischen Armee, zur Verfügung gestellt vom French Army Communications Audiovisual office (ECPAD), zeigt einen...

BP sprach in einer in London veröffentlichten Erklärung von einem „Sicherheitsvorfall“ auf dem In Amenas Gasfeld im Osten des Landes, äußerte sich aber nicht zu dem mutmaßlichen islamistischen Angriff. Entsprechende Notfallmaßnahmen seien eingeleitet worden, hieß es.

Einer der Islamisten, der nach eigenen Angaben an dem Entführungskommando beteiligt war, sagte, seine Gruppe komme aus dem benachbarten Mali und gehöre zum Terrornetzwerk Al Qaida. „Wir sind Mitglieder von Al Qaida, und wir kamen aus dem Norden Malis“, sagte der Kämpfer in einem Telefonat mit der Nachrichtenagentur AFP. „Wir gehören zu der Chaled Abul Abbas Brigade unter ihrem Anführer Mochtar Belmochtar.“ Belmochtar ist einer der bekanntesten Anführer des nordafrikanischen Al-Qaida-Ablegers AQMI.

Die AQMI ist eine von drei Gruppen, gegen die Frankreich im benachbarten Mali kämpft. Sie hatte Rache für die französische Offensive angedroht. Seit Ende vergangener Woche führt Frankreich in Mali einen Militäreinsatz gegen die den Norden des westafrikanischen Landes kontrollierenden Islamisten. (AFP/ dpa)

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