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Geiselnahme in Dhaka : Sicherheitskräfte: 20 Zivilisten getötet

In Bangladeschs Hauptstadt Dhaka haben Sicherheitskräfte mehr als 20 tote Zivilisten geborgen. Auch mehrere Attentäter wurden getötet.

Soldaten in der Nähe des besetzten Restaurants in Dhaka.
Soldaten in der Nähe des besetzten Restaurants in Dhaka.Foto: AFP

Bei der Geiselnahme in einem Café in Bangladesch haben die Angreifer nach Armeeangaben 20 Zivilisten getötet. Es seien 20 Leichen geborgen worden, teilte die Armee am Samstag in der Hauptstadt Dhaka mit. Die meisten der Opfer seien "brutal mit Stichwaffen" getötet worden, sagte Armeesprecher Nayeem Ashfaq Chowdhury. Über die Nationalitäten der Todesopfer machte er keine Angaben.

Sicherheitskräfte hatten am Samstagmorgen die Geiselnahme in einem bei Ausländern beliebten Restaurant in Bangladeschs Hauptstadtbeendet. Sechs der vermutlich bis zu zehn Angreifer seien bei der Erstürmung getötet worden, sagte ein Armeevertreter aus Bangladesch dem indischen Fernsehsender Times Now. Die Sicherheitskräfte hätten insgesamt 13 Geiseln in Sicherheit gebracht, unter ihnen drei Ausländer, berichtete der Sender weiter.

Am späten Freitagabend hatten mutmaßliche Islamisten das Restaurant in dem Diplomatenviertel gestürmt und bis zu 20 Geiseln genommen. Rund zehn Stunden später begannen mehr als 100 Polizisten eine Befreiungsaktion, bei der es zu heftigen Schusswechseln kam. Zu dem Überfall auf das Restaurant bekannte sich die Extremisten-Miliz Islamischer Staat (IS).

Zu dem Angriff hatte sich am Freitagabend die Extremisten-Miliz Islamischer Staat (IS) in einer Meldung der ihr nahestehenden Nachrichtenagentur Amak bekannt. Darin war von mehr als 20 Toten die Rede gewesen. Einigen Mitarbeitern war es gelungen, aus dem Restaurant zu fliehen. Einer von ihnen sagte einem lokalen Fernsehsender, die Angreifer hätten „Allahu Akbar“ (Allah ist groß) gerufen, als sie das Restaurant angriffen.

Seit Anfang 2013 leidet das muslimische Bangladesch mit seinen rund 160 Millionen Einwohnern unter einer Serie islamistisch motivierter Angriffe. Opfer sind in der Regel Religionskritiker, Intellektuelle und Angehörige religiöser Minderheiten. Auch gegen ausländische Staatsbürger wurden schon Anschläge verübt.

Zu vielen der Attentate bekannten sich islamistische Organisationen wie Al-Kaida und der Islamische Staat (IS) oder lokale Organisationen, die mit ihnen verbunden sind. Die Regierung bestreitet jedoch, dass der IS in Bangladesch aktiv sei und macht örtliche Extremistengruppen und die Opposition für die Anschläge verantwortlich. (dpa, AFP, rtr)

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