Politik : Geiselnahme in Istanbul: Tätern droht lange Haftstrafe

Die 13 Geiselnehmer, die am Montag in einem Istanbuler Luxushotel etwa 120 Menschen in ihrer Gewalt hatten, werden weiter verhört. Falls die Tat als terroristischer Akt eingestuft werden sollte, droht dem Anführer, Muhammed Emin Tokcan, eine Haftstrafe von zehn Jahren, berichteten Zeitungen. Die Männer hatten in der Nacht zu Montag das "Swissotel" gestürmt. Die Geiselnahme endete nach zwölf Stunden unblutig. Die Männer hatten mit ihrer Aktion die Öffentlichkeit auf das harte Vorgehen Russlands in Tschetschenien hinweisen wollen. Die Gruppe hatte aus dem selben Motiv bereits im Januar 1996 aus der türkischen Hafenstadt Trabzon eine Fähre entführt.

Die türkische Tourismuswirtschaft reagierte unterdessen erleichtert auf den unblutigen Ausgang des Geiseldramas. Nach einem Bericht der Zeitung "Milliyet" soll Tourismusminister Erkan Mumcu am Montag mit Emin Tokcan telefoniert haben. "Bruder, ist Ihnen bewusst, wie sehr Sie der Türkei schaden? Sie versetzen dem Tourismus einen schweren Schlag", sagte Mumcu nach dem Bericht. Die Antwort der Geiselnehmer, die mit ihrer Aktion auf das harte Vorgehen Russlands in Tschetschenien aufmerksam machen wollten, fiel höflich aus: "Das tut uns sehr Leid. Aber in Tschetschenien sterben Menschen."

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