Politik : Geiselnahmen im Tschetschenien-Konflikt

Spektakuläre Geiselnahmen haben in den vergangenen zehn Jahren mehrfach die russischen Sicherheitsbehörden in Atem gehalten. Sie standen fast alle im Zusammenhang mit dem Konflikt in Tschetschenien und endeten oft blutig:

1. September 2004

: Eine Terroristengruppe unter tschetschenischem Kommando stürmt eine Schule im nordossetischen Beslan und bringt mehr als 1200 Menschen in ihre Gewalt. Der Befreiungsversuch durch russische Spezialeinheiten endet in einem Blutbad. 330 Menschen - vor allem Kinder - sterben.

23. Oktober 2002: 41 Tschetschenen bringen in einem Moskauer Musical-Theater etwa 800 Besucher in ihre Gewalt. Bilanz nach der Befreiung und dem Einsatz von Betäubungsgas: alle Geiselnehmer und 129 Geiseln tot.

31. Juni 2001: Ein tschetschenischer Terrorist kapert nahe des Flughafens von Mineralnyje Wody (Südrussland) einen Linienbus mit 40 Fahrgästen. Ein Scharfschütze der Polizei tötet den Mann nach stundenlangen vergeblichen Verhandlungen.

9. Januar 1996: Tschetschenische Rebellen überfallen Kisljar (Dagestan), nehmen etwa 3000 Geiseln und verschanzen sich im Krankenhaus der Stadt. Bei dem Überfall und nachfolgenden Gefechten in Pjerwomajskoje kommen mehr als 100 Menschen ums Leben.

14. Juni 1995: In Budjonnowsk (Südrussland) stürmen bewaffnete Tschetschenen ein Krankenhaus und nehmen mehr als 1000 Geiseln. Bei dem Überfall und zwei Sturmangriffen der Sicherheitskräfte soll es mehr als 200 Tote gegeben haben. Im Austausch gegen die Geiseln sichert Moskau freies Geleit und Friedensverhandlungen für Tschetschenien zu.

28. Juli 1994: Vier Männer bringen bei Pjatigorsk (Südrussland) einen Bus mit 41 Insassen - darunter fünf Kinder und zehn Jugendliche - in ihre Gewalt. Bei diesem vierten Geiseldrama binnen sieben Monaten in der Region ordnen die Behörden erstmals eine gewaltsame Befreiung der Geiseln an. Bei der Erstürmung des Fluchthubschraubers sterben vier weibliche Geiseln und einer der Entführer.

(Quelle: dpa) ()

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