Geldtransaktion : Fat Finger auf der Nullllllllllllll

Sechs Milliarden Dollar überweisen? Wie bei der Deutschen Bank? Einfach beim Tippppppppen der Nullllllllllen auf der Tastatur verweilen. Eine Glosse.

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Verzerrt spiegelt sich am 21.05.2015 in Frankfurt am Main (Hessen) das Logo der Deutschen Bank in einer Glasfassade.
Verzerrt spiegelt sich am 21.05.2015 in Frankfurt am Main (Hessen) das Logo der Deutschen Bank in einer Glasfassade.Foto: dpa

Wenn Günther Jauch mal gerade nicht im Polit-Talk untergeht, sondern gewohnt gekonnt und witzig seine Quizshow zelebriert, stellt sich irgendwann die obligatorische Frage nach der Zukunft des Kandidaten. Was machen Sie mit dem Geld, wenn Sie es hier gewinnen sollten? Sehr oft werden dann Reisepläne genannt oder die Anschaffung eines neuen Fiat Panda, eine Million Euro ist, zumindest in bestimmten Kreisen, Bankerkreisen zum Beispiel, ein doch vergleichsweise überschaubarer Betrag. Für den Ruhestand reicht es in diesen Kreisen mutmaßlich nicht, es sei denn, man ist schon 96 Jahre oder so. Oder es sei denn, dem Sender unterläuft bei der Überweisung der Gewinnsumme ein Fat-Finger-Fehler.

Ein Fat-Finger-Fehler? Kann passsssssieren. Beim Tippppppppen auf der Tastatur verweilt so ein Fat Finger schon mal zu lange auf einer Taste, schon rastet der Buchstabe oder die Zahl aus und vermehrt sich wie die Karrrrrrnickel. Dumm gelaufen, aber in der Regel schreit dann das Korrekturprogramm auf und züchtigt den enthemmten Buchstaben.

Wer bekommt das Geld? Ein Hedgefonds natürlich

Und wenn nicht? Dann werden aus einer überschaubaren Summe schnell mal sechs Milliarden Dollar. So geschehen bei einer Londoner Filiale der Deutschen Bank, von wo aus die Summe an einen US-Hedgefonds überwiesen wurde.

Ein Irrtum, ein Fat-Finger-Fehler. Gute Güte, was könnte man mit so einer Summe alles machen, selbst nach Abzug des Fiat Panda und einer Reise in den Süden. Im Moment könnte man zum Beispiel alle Heizpilze aufkaufen, die uns Rauchern unsinnigerweise vor die Kneipen gestellt werden, um die Freiluft zu heizen. Die so erworbenen Pilze stellt man dann in die Zelte der Notunterkünfte, wo sie sinnigerweise die Flüchtlinge vor der Winterkälte schützen. Oder man stellt Nachhilfelehrer ein für Geschichte und Demokratieverständnis. Aber bei dem Nachholbedarf, den Pegidas und die AfD haben, dürften wahrscheinlich nicht einmal die umgerechnet 5,3 Milliarden Euro reichen.

Was man auch immer mit dem Geld Sinnvolles anstellen möchte, man muss auf jeden Fall schnell sein. Die Deutsche Bank in London war schnell. Sie bemerkte den peinlichen Fehler, korrigierte sich, und einen Tag später war das Geld wieder da, von wo aus es weggeschickt wurde. Dort liegt es nun, vermehrt sich mutmaßlich wie die Karrrrrrrnickel und harrt darauf, dass es irgendwie sinnvoll verwendet wird. Eigentlich schade.

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