Politik : Gen-Food: UN-Studie kritisiert Vorbehalte gegen genmanipuliertes Getreide

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Der Widerstand in den reichen Industrieländern gegen genetisch verändertes Getreide bedroht die Fähigkeit der ärmsten Länder, eine stetig wachsende Bevölkerungszahl zu ernähren. Das ist das Ergebnis einer UN-Studie, die am Dienstag in Mexiko City vorgestellt wird. "Die Diskussion in Europa und den Vereinigten Staaten über genetisch verändertes Getreide ignoriert die Bedürfnisse der Menschen in den Entwicklungsländern", heißt es darin laut einem Vorabbericht der "New York Times". Durch Gen-Manipulationen würden sowohl Ertrag wie Nahrhaftigkeit des Getreides, als auch die Widerstandsfähigkeit gegen Schädlinge, vergrößert.

Zum Thema Online Spezial: Die Debatte um die Gentechnik Vor allem in Europa gibt es Bedenken gegen genetisch veränderte Produkte. "Der Verbraucher im Westen, der nicht unter Nahrungsmittel-Knappheit leidet, tendiert dazu, die Sicherheit in den Vordergrund seiner Debatte zu stellen", so die Studie.

Der "Human Development Report" der Vereinten Nationen erscheint seit elf Jahren. Dieses Mal seien die Verfasser ganz bewusst in eine neue Richtung gegangen, sagt Mark Malloch Brown, der Direktor des Programms. Auf dem Prüfstand hätten die Annahmen gestanden, die Länder der Ersten Welt von den Bedürfnissen der Länder der Dritten Welt haben. "Die Diskussion über die Entwicklungshilfe ist in den vergangenen Jahren ein bisschen zu fromm geführt worden", sagt Brown. "Wir müssen endlich wegkommen von der anti-technologischen Grundhaltung."

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