Politik : General a.D. Naumann über die EU und den Kosovo-Konflikt

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Der frühere Vorsitzende des Nato-Militärausschusses und ehemalige Generalinspekteur der Bundeswehr, General a.D. Klaus Nauman, hat sich am Mittwochabend kritisch zur EU-Politik im Kosovo geäußert. Nachdem die Europäer trotz aller Erfahrungen mit Präsident Milosevic die Kosovo-Krise nicht hätten vermeiden können, wäre die EU auch militärisch ohne die USA unfähig gewesen, den neuen Konflikt auf dem eigenen Kontinent zu beherrschen, sagte er in der bayerischen Vertretung in Berlin. Ohne sie hätte eine Militäroperation keinen Erfolg gehabt. Naumann mahnt Konsequenzen für die Kooperation zwischen EU, UN und Nato an: So sollte zum Beispiel die Stabsführung eines Einsatzes nur in einer Hand liegen und es sollte erst dann mit Gewalt gedroht werden, wenn die Politik zur Militäroperation willens und fähig ist. Die Kosovo-Operation habe gezeigt, dass ein Nato-Einsatz auch ohne einstimmiges UN-Mandat durchführbar sein muss, "weil politische Ziele nur zu erreichen sind, wenn man zu militärischer Eskalation bereit ist".

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