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Generaldebatte : Abrechnung im Parlament

07.09.2011 17:27 Uhrvon
Schwer zu tragen. Eine Rede an die Nation hatte die Kanzlerin nicht dabei, ein wenig Pathos aber schon.Bilder
Schwer zu tragen. Eine Rede an die Nation hatte die Kanzlerin nicht dabei, ein wenig Pathos aber schon. - Foto: dapd

Wer in der Generaldebatte des Bundestags "alles wird gut" hören wollte, wurde enttäuscht. Die Kanzlerin geht in der großen Krise weiter ihren Weg der kleinen Schritte – und vorerst weiter unbeirrbar.

Ernst Hinsken ist eigentlich kein besonders gefühliger Kerl, aber vorige Woche im Fraktionsvorstand ist ihm das Herz einfach zu voll gewesen. Hinsken, muss man wissen, gehört zu den ganz alten Hasen; seit 1980 haben die Wähler den CSU-Mann immer wieder mit Rekordergebnis in den Bundestag geschickt. So einer weiß ganz gut, wie die da unten denken. So einer spürt genau, wenn die eigenen Leute nervös werden, weil sie nicht mehr richtig verstehen, was die da oben treiben. Hinsken also ist aufgestanden in der Klausursitzung des CDU/CSU-Vorstands und hat gesagt: „Frau Bundeskanzler, Sie müssten jetzt einmal eine Rede an die Nation halten! Nicht so wie sonst im Bundestag, wo die anderen gleich wieder widersprechen, sondern direkt ans Volk, einen richtigen Hammerschlag!“ Angela Merkel hat ihn freundlich angeschaut, dann hat sie den Kopf geschüttelt und geantwortet, das sei ja schön und gut gemeint.

Aber so ungewiss, wie die Entwicklung sei: „Soll ich den Leuten sagen, alles wird wieder gut?“

Ob Hinsken an die kleine Szene denkt, wenn er seine Kanzlerin jetzt da vorn im Bundestag am Rednerpult stehen sieht? Merkel trägt Schwarz. Als sie morgens zur Generaldebatte in der Haushaltswoche in den Reichstag kommt, treten einzelne Abgeordnete zu ihr und drücken ihre Hand. Später wird SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier öffentlich sein Beileid aussprechen zum Tod ihres Vaters. Merkel dankt knapp. Der Tod ist ihr nahegegangen, sie macht kein Geheimnis daraus, aber sie will auch nichts davon hermachen. Dass Steinmeier in der traditionellen Attacke des Oppositionsführers die Regierungschefin ausspart und sich stattdessen am Finanzminister und am Außenminister abarbeitet, ist eine Form der Rücksichtnahme, auf die sie vermutlich nicht bestehen würde.

Lesen sie weiter, warum der erwünschte „Hammerschlag“ ausbleibt.

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