Politik : Generalmajor: US-Soldaten waren in Mazedonien gefangen

LANDSTUHL/PFALZ (AP).Die drei am Sonntag in Belgrad freigelassenen US-Soldaten haben ihre Gefangenschaft nach Angaben von Generalmajor David Grange in Mazedonien verbracht.Das teilte der kommandierende General der 1.Infanterie-Division in Würzburg am Montag nach Befragungen der jungen Männer im US-Militärhospital im pfälzischen Landstuhl mit.Außerdem bestätigte er, daß die Soldaten zu Beginn ihrer Gefangenschaft vor mehr als vier Wochen leicht mißhandelt worden seien.Zu den genauen Umständen und Folgen wollte der Generalmajor keine Angaben machen."Dies werden die Untersuchungen zeigen", sagte er.Die am Sonntag ins US-Militärhospital Landstuhl gebrachten US-Soldaten Christopher J.Stone, Steven M.Gonzalez und Andrew A.Ramirez gehören dem 4.US-Kavallerie-Regiment in Schweinfurt an, das der Division in Würzburg unterstellt ist.Die Familien der aus jugoslawischer Gefangenschaft freigelassenen US-Soldaten trafen am Montag mittag in Landstuhl ein.

Der Chefarzt des US-Militärkrankenhauses in Landstuhl, Oberst Mack Blanton, erklärte am Montag, die drei seien bei sehr guter Gesundheit.Die Ärzte seien mit den Ergebnissen ihrer Untersuchungen sehr zufrieden.Die Soldaten seien in ihrer Gefangenschaft offensichtlich medizinisch gut versorgt worden.Allerdings habe Stabsunteroffizier Ramirez einen kleineren Schnitt am Kopf erlitten, der in der Gefangenschaft genäht worden sei.Der 24jährige leide zudem unter einer Schwellung im rechten Unterschenkel, die weiter untersucht werden müsse.Zur Klärung der Gesichtsverletzung von Stabsunteroffizier Stone wurde am Montag eine Computertomographie angefertigt.Noch sei unklar, wie die Verletzungen entstanden seien, sagte Blanton.Auch psychologisch seien die Soldaten in guter Verfassung, sagte er.Bis mindestens Mittwoch sollen die aus den US-Staaten Kalifornien, Michigan und Texas stammenden 22 bis 25 Jahre alten Soldaten in Landstuhl medizinisch untersucht, psychologisch betreut und geheimdienstlich vernommen werden.

Die Pflegedienstleiterin im Landstuhler Militärkrankenhaus, Oberstleutnant Sharon Deruvo, sagte am Montag, die Soldaten hätten sich in der Gefangenschaft durch Selbsttraining ausgezeichnet in Form gehalten.Sie hätten genau gewußt, was sie tun mußten.Wie Sharon Deruvo weiter mitteilte, hätten die Soldaten in der Nacht zum Montag gut geschlafen und am Abend ausgiebig gegessen.Sie hätten sich Hamburger und Pommes Frites, Hähnchen und Reis sowie Lasagne gewünscht.

Die Soldaten waren am 31.März bei einer Patrouillenfahrt unter ungeklärten Umständen im jugoslawisch-mazedonischen Grenzgebiet gefangengenommen worden.Der US-Bürgerrechtler Jesse Jackson hatte bei einem Besuch in Belgrad die Freilassung der Soldaten mit dem jugoslawischen Präsidenten Slobodan Milosevic ausgehandelt.

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