Politik : Genfood nur mit Ausweis

EU-Umweltminister einigen sich auf Kennzeichnung

-

Brüs sel/Berlin (dpa/pet/deh). Gentechnisch veränderte Lebens und Futtermittel müssen künftig eindeutig erkennbar sein. Die EU-Umweltminister verständigten sich in der Nacht zum Dienstag auf Regeln zur Rückverfolgbarkeit und Kennzeichnung gentechnisch veränderter Organismen (GVO).

Trotz des Drucks aus den USA hat sich der Umweltministerrat nicht auf eine allgemeine Kennzeichnung eingelassen, die lediglich geheißen hätte „kann GVO enthalten“. Stattdessen muss jetzt aufgelistet werden, welche Organismen in Futtermitteln oder so genanntem Schüttgut – also Soja, Mais oder anderen Massenprodukten – enthalten sind. „Man hätte noch weiter gehen können“, sagte Umweltminister Jürgen Trittin (Grüne) dem Tagesspiegel. Trotzdem „bin ich mit dieser Verbesserung sehr zufrieden“.

Zwar bedeutet die Einigung noch nicht, dass Verbraucher sofort erkennen können, ob Kühe, deren Milch sie kaufen, mit gentechnisch veränderten Getreiden gefüttert worden sind. Doch macht die Einigung nun eine Rückverfolgbarkeit der GVO erstmals möglich. „Das ist die Voraussetzung, um die Haftungsfragen zu klären“, lobte Trittin.

Verbraucherministerin Renate Künast (Grüne) forderte dagegen eine weiter gehende Einigung innerhalb der EU über Fragen der Haftung. „Wir müssen festlegen, wer wann welchen Schadenersatz zahlt“, sagte die Ministerin in Berlin. Diese Frage sei noch völlig offen.

Die EU-Kommission vertritt dagegen die Auffassung, dass die Haftung allein durch die Mitgliedstaaten geregelt werden muss. Dabei geht es beispielsweise um Fälle, in denen Felder von Biobauern durch gentechnisch veränderte Nachbarfelder verunreinigt werden und die Ware damit für den Biobauern unverkäuflich wird. Bisher hat den Schaden der Biobauer und bekommt ihn auch nicht ersetzt.

» Gratis: Tagesspiegel + E-Magazin "Wahl 2017"

0 Kommentare

Neuester Kommentar