Politik : Genforschung: US-Präsident will das Klonen gesetzlich verbieten

Zum Thema Online Spezial: Die Debatte um die Gentechnik US-Präsident George W. Bush hat sich für ein weit gehendes Verbot des Klonens von Menschen ausgesprochen. Damit unterstützt er die Position jener Abgeordneten im Repräsentantenhaus, die auch das Klonen zur Erzeugung menschlicher Stammzellen für die Forschung verbieten wollen. Eine Entscheidung darüber stand am Dienstag auf der Tagesordnung des Repräsentantenhauses. Der Gesetzentwurf des republikanischen Abgeordneten Dave Weldon wertet das Klonen von Menschen als Verbrechen, das mit Haft bis zu zehn Jahren geahndet werden soll.

Weldons Gesetzesvorschlag sei zu weit gehend, kritisierte der Republikaner Peter Deutsch. Er würde die Tür zur Erfolg versprechenden Stammzellenforschung versperren. Deutsch vertritt damit die Position von Wissenschaftlern und der Gentechnik-Industrie, die sich Mittel gegen zahlreiche Krankheiten wie Diabetes, Alzheimer, Parkinson und andere versprechen. Biotechnologie-Firmen wie Advanced Cell Technology und Geron Inc. arbeiten bereits an Verfahren, die durch das von Weldon vorgeschlagene Gesetz illegal würden. Zwei Gruppen von Wissenschaftlern kündigten zudem an, sie planten das Klonen von Menschen, um Familien mit unerfülltem Kinderwunsch zu helfen.

Die US-Regierung erklärte, sie unterstütze ein Verbot des Klonens von Menschen durch die Übertragung von Zellkernen - eine Methode, durch die 1997 das erste Säugetier, das Schaf "Dolly", geklont wurde. Sie stellte sich ausdrücklich hinter den Gesetzentwurf von Weldon. Die US-Regierung billigt aber die Entwicklung von Therapien auf der Basis von Zellkerntransfers oder anderer Klontechniken, "um Moleküle, DNA, Zellen (außer von Embryos), Gewebe, Organe Pflanzen oder Tiere herzustellen".

Das Repräsentantenhaus debattierte am Dienstag auch über die staatliche Förderung der Stammzellenforschung. Eine zweite Möglichkeit der Gewinnung von Stammzellen ist die Herstellung menschlicher Embryonen durch künstliche Befruchtung. Dem Vernehmen nach hat sich Bush noch nicht entschieden, wie er dieses Verfahren beurteilt. Papst Johannes Paul II. hatte den Präsidenten bei einem Treffen in der vergangenen Woche aufgefordert, die Stammzellenforschung abzulehnen.

Dem Vernehmen nach wird im Weißen Haus nach einer Kompromisslösung gesucht. Denkbar sei die öffentliche Förderung für die Forschung an bereits identifizierten Zellen, aber nicht für die Schaffung neuer. Eine andere Option sei die Finanzierung der Stammzellenforschung, bis eine genügende Anzahl Zelltypen zur Verfügung stehe.

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