Gentechnik : Bauernverband warnt vor Soja-Krise

Der Deutsche Bauernververband rechnet mit großen Produktionsrückgängen beim Schweinefleisch und beim Geflügel. Grund: die EU plant die Vorschriften für die Einfuhr von genmanipuliertem Soja zu verschärfen.

Osnabrück "Die EU-Kommission muss die Nulltoleranz von noch nicht in der EU zugelassenen gentechnisch veränderten Futtermitteln sofort abschaffen", sagte Bauernpräsident Gerd Sonnleitner der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Soja drohe sonst für die Landwirte unerschwinglich zu werden.

Als "welt- und praxisfremd" bezeichnete Sonnleitner die derzeitige EU-Regelung, dass Importe von Soja keinerlei Spuren von in der EU nicht zugelassenen gentechnisch veränderten Futtermitteln enthalten dürfen. "Ganze Schiffsladungen müssten wieder zurückgeschickt werden", warnte der Bauernpräsident. Verschärft werde das Problem durch die weltweit große Soja-Nachfrage. Experten schätzten, dass den Landwirten bereits 2009 derart viel Eiweißfuttermittel fehlen, dass sich die Kosten für die Tierproduktion um 60 Prozent erhöhen. Die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Höfe stehe dann auf dem Spiel.

Nach Ansicht des Bauernverbandes soll die EU daher die Nulltoleranz durch Grenzwerte für "technisch unvermeidbare Verunreinigungen" ersetzen. Werde die Eiweißfrage nicht von der EU umgehend gelöst, müsse Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer (CSU) konsequenterweise den Fleischimport von Tieren verbieten, die mit gentechnisch veränderten Mitteln gefüttert worden seien. (ae/ddp)

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