Politik : Gentechnik: CDU kritisiert Ilse Aigner

Berlin - Die CDU geht bei der Frage nach einer Null-Toleranz-Grenze für Gentechnik in Lebensmitteln auf Distanz zu Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU). „Es geht hier nicht um Gentechnik ja oder nein, sondern um einen technischen Toleranzwert, den ich eindeutig befürworte. Das ist eine Frage der Praktikabilität“, sagte der agrarpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Franz-Josef Holzenkamp, dem Tagesspiegel. Er sieht Konfliktpotenzial für die schwarz-gelbe Koalition. „Dieses Thema wird in der Bundesregierung und der Koalition insgesamt noch für Diskussionen sorgen, aber ich finde Frau Aigner sollte hier vor allem die Machbarkeit im Blick halten.“ Holzenkamp warnt vor zu viel Emotionen: „Insgesamt müssen wir in Deutschland aufpassen, dass die Debatte nicht so stark emotionalisiert wird, dass wir nicht mal mehr die Kompetenz haben, Risiken der Gentechnik einzuschätzen, schließlich findet in diesem Bereich kaum mehr Forschung statt. Wir brauchen eindeutig eine Versachlichung der Debatte.“

2011 hatte die EU den Wert 0,1 Prozent für nicht zugelassene, genetisch veränderte Organismen bei Tierfutter eingeführt. Die EU-Kommission will diese Regel auch auf Lebensmittel übertragen, wo eine 0,0-Grenze gilt. Eine Aufweichung dieses Werts will Aigner verhindern. Bei Konstrukten, die in Europa nicht zugelassen und noch keiner Sicherheitsprüfung unterzogen worden seien, „gilt für mich 0,0“, sagte sie im Deutschlandfunk. Kritik an der Haltung Aigners hatte es von der FDP gegeben. Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler forderte mehr Offenheit beim Thema Gentechnik. ctr

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