Politik : Gentechnik-Debatte: Initiative gegen das Klonen

Deutschland und Frankreich wollen mit einer gemeinsamen UN-Initiative das Klonen von Menschen verhindern. Nach Mitteilung des Auswärtigen Amtes vereinbarten beide Länder einen entsprechenden Vorstoß am Donnerstagabend in Berlin. "Wir gehen im Sinne der Forscher weit, ohne das therapeutische Klonen zuzulassen", sagte Frankreichs Premierminister Lionel Jospin.

Der Gesetzentwurf der französischen Regierung über die bioethischen Grundsätze der Zukunft öffnet zwar den Wissenschaftlern die Möglichkeit, unter eng bestimmten Bedingungen mit "überzähligen" Embryonen zu forschen, verbietet aber strikt das Klonen zu reproduktiven Zwecken. Wer gegen das Verbot verstößt, kann nach dem Entwurf, der Anfang nächsten Jahres im Parlament behandelt werden soll, mit einer Strafe von bis zu 20 Jahren Gefängnis belegt werden.

Zum Thema Online Spezial: Die Debatte um die Gentechnik Derweil ratifizierte Tschechien die Bioethik-Konventionen des Europarats und das dazugehörige Protokoll zum Klonverbot. In der Konvention werden Einschränkungen für die Anwendung der Gentechnologie, bei der künstlichen Befruchtung und bei der medizinischen Forschung festgeschrieben. In Kraft ist die Konvention bislang in Dänemark, Griechenland, San Marino, der Slowakei, Slowenien und Spanien. 21 weitere Staaten haben sie unterzeichnet, aber noch nicht ratifiziert; Deutschland hat nicht unterzeichnet.

Das Abkommen ist die einzige rechtlich bindende internationale Grundlage zum Thema Klonen von Menschen. Es untersagt das reproduktive Klonen, das die Geburt genetisch identischer Menschen zum Ziel hat. Das therapeutische Klonen, das künftig zur Herstellung menschlicher Gewebe und Organe dienen soll, ist nicht verboten.

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