Gentechnik : Gericht bestätigt Genmais-Verbot

Der Anbau von Genmais bleibt in Deutschland verboten. Das Oberverwaltungsgericht in Niedersachsen bestätigte in einer Eilentscheidung das von Landwirtschaftsministerin Aigner beschlossene Verbot.

Monsanto, dessen Mais MON 810 verboten wurde, hatte sich gegen das von Aigner verfügte Verbot gewehrt. Der Konzern sieht keine gesicherten wissenschaftliche Beweise für mögliche Gefahren durch die Maissorte für Tiere oder andere Pflanzen. Monsanto hat in die Pflanze ein Gen eingebaut, das ein Gift gegen einen speziellen Mais-Schädling produziert, den Schmetterling Maiszünsler. Der Mais von Monsanto war jahrelang die einzige genveränderte Pflanze, die kommerziell in Deutschland angebaut werden durfte.

Die Lüneburger Richter sagten, nach derzeitigem Kenntnisstand werde die Klage des US-Agrarkonzerns Monsanto gegen das Anbauverbot auch im Hauptverfahren "voraussichtlich keinen Erfolg" haben. Für das Verbot müsse es keine abgesicherten wissenschaftlichen Erkenntnisse über mögliche Gefahren für die menschliche Gesundheit oder die Umwelt geben. Auch das von Monsanto geltend gemachte wirtschaftliche Interesse sei in diesem Zusammenhang nur von geringem Gewicht.

Mindestens bis zur Entscheidung des Verwaltungsgerichts Braunschweig in der Hauptsache darf der Genmais MON 810 nicht angebaut werden. Sie rechne mit der Entscheidung frühestens im Herbst, sagte Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU). MON 810 ist in sechs EU-Ländern verboten. Monsanto verweist darauf, dass Behörden weltweit MON 810 als sicher eingestuft hätten – darunter in der EU, in Japan, den USA und Kanada. (Zeit Online)

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