Politik : Gentechnik: Was Eltern dürfen

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Zum Thema Online Spezial: Die Debatte um die Gentechnik "Es gibt kein Recht der Eltern auf ein gesundes Kind" - ein häufiges Argument in der Debatte um Gentechnik und Embryonenforschung. Rhetorisch mag es hilfreich sein, juristisch ist es falsch. Nach unserer Rechtsordnung haben Eltern das Recht, alles für die Gesundheit ihrer geborenen oder ungeborenen Kinder zu tun. Einzige Ausnahme: Es ist etwas verboten. Im Fall der Präimplantationsdiagnostik (PID), der genetischen Untersuchung von Embryonen vor Einsetzung in die Gebärmutter, heißt dies: Die Diskussion darf nicht darum gehen, ob Eltern mit Kinderwunsch auf diese Methode einen Anspruch haben, sondern darum, ob der Staat sie ihnen verweigern darf. Eine Vielzahl solcher Verbote enthält das Embryonenschutzgesetz (ESchG) von 1991. Es ist so etwas wie das Strafgesetzbuch zugunsten Ungeborener. Das ESchG sanktioniert bestimmte Manipulationen an Embryonen mit Geld- oder gar Haftstrafen. Während dort etwa das reproduktive Klonen klar untersagt wird, ist die PID nicht geregelt; an PID hat vor zehn Jahren noch niemand gedacht. Verboten ist bislang nur, eine Eizelle "zu einem anderen Zweck künstlich zu befruchten, als eine Schwangerschaft der Frau herbeizuführen". Befürworter einer PID-Zulässigkeit nach dem ESchG sagen, auch wenn man diese Diagnose vornehme, sei die Eizelle gemäß Wortlaut nur zu diesem Zweck befruchtet worden. Die Gegner argumentieren mit der Konsequenz, dem "Verwerfen" der Embryonen. Das sei nicht im Sinn des Gesetzes. So interpretiert auch die Mehrheit der zuständigen Enquete-Kommission des Bundestags die Vorschrift.

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