Geordneter Rückzug : Bundeswehr räumt im nächsten Jahr Afghanistan-Stützpunkte

Schon im nächsten Jahr will die Bundeswehr zwei Stützpunkte in Afghanistan aufgeben. Damit wäre sie in der Region um Kundus nicht mehr engagiert. Doch dort sind derzeit noch über 1000 Soldaten.

In Afghanistan bewacht ein Bundeswehrsoldat einen Stützpunkt in Kundus. Im nächsten Jahr soll die Bundeswehr sich dort zurückziehen.
In Afghanistan bewacht ein Bundeswehrsoldat einen Stützpunkt in Kundus. Im nächsten Jahr soll die Bundeswehr sich dort...Foto: dpa

Die Bundeswehr wird im Rahmen des Afghanistan-Abzugs ihre beiden Stützpunkte Kundus und OP North im nächsten Jahr aufgeben. Damit werden die deutschen Truppen praktisch nur noch im Regionalkommando Masar-i-Scharif konzentriert sein. Nach Angaben des Verteidigungsministerium vom Freitag in Berlin sind in Kundus derzeit noch etwa 1100 deutsche Soldaten im Einsatz. Im OP (Observation Post) North im Baghlan-Tal sind es etwa 600. Bereits in diesem Jahr wurde der Außenposten Faisabad geräumt.

Die deutschen Kampftruppen sollen Afghanistan bis Ende 2014 komplett verlassen. Auch darüber hinaus werden aber noch Angehörige der Bundeswehr am Hindukusch im Einsatz sein. Derzeit umfasst das gesamte deutsche Kontingent noch etwa 4600 Soldaten. Für den Abzug hat das Bundeskabinett diese Woche auch ein neues Afghanistan-Mandat auf den Weg gebracht, dem der Bundestag noch zustimmen muss. Eine Mehrheit gilt als sicher.

Nach Angaben des Ministeriums soll im Lauf des kommenden Jahres zunächst der OP North und dann Kundus geschlossen werden. Auf einen genauen Termin legte sich das Ressort nicht fest. Ein Sprecher sagte, die Schließungen seien „logische und im Bündnis abgestimmte Schritte auf dem Weg zur vollständigen Übergabe der Sicherheitsverantwortung an die afghanischen Sicherheitskräfte“.

Gemeinsam mit der afghanischen Seite solle ein Konzept für die weitere Nutzung der Liegenschaften entwickelt werden. (dpa)

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