Politik : "George Cross" für Angehörige der "Royal Ulster Constabulary"

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Die britische Königin Elizabeth II. hat der nordirischen Polizei, der "Royal Ulster Constabulary" (RUC), am Mittwoch persönlich den höchsten zivilen Orden des Vereinigten Königreichs verliehen. Anlässlich einer Zeremonie im Schloß Hillsborough südlich von Belfast empfingen drei Beamte den silbernen Orden, der den Heiligen St. Georg mit dem Drachen zeigt. Unter den Ausgezeichneten ist auch ein Behinderter, der bei der Explosion einer IRA-Bombe beide Beine verlor. Die Umschrift des im Jahr 1940 begründeten "George Cross" lautet "For gallantry" - der Orden wird für Tapferkeit verliehen. Der Heilige St. Georg ist der Schutzpatron Englands.

Die Queen war in Begleitung ihres Gatten Prinz Phillip zur Ordensverleihung erschienen. 1500 Polizeibeamte wohnten der Ehrung mit ihren Familien bei. Eine Bombenwarnung kurz vor Ankunft der Monarchin erwies sich als Fehlalarm. Angehörige der Sinn Féin-Partei protestierten fernab vom Geschehen in der westlichen Stadt Derry gegen die Ehrung der ihnen verhassten Polizei.

Die britische Regierung hat bereits beschlossen, die RUC grundlegend zu reformieren und zu verkleinern. Dabei wird die Polizeitruppe zum Verdruss der protestantischen Bevölkerungsmehrheit in Nordirland auch umgetauft. Die kollektive Ehrung für die RUC-Opfer im Verlaufe von dreißig Konfliktjahren wird von vielen als Trost für den Verlust herkömmlicher Symbole und Titel verstanden. Polizeikommandant Sir Ronnie Flanagan bestritt dies allerdings energisch. Er kündigte an, die Polizei werde bis zum Herbst nächsten Jahres, wenn der Hauptteil der Reformen in Kraft tritt, keine neuen Rekruten mehr anwerben. Bis zum kommenden Frühjahr sollen statt dessen die ersten Beamten mit der Hilfe von Abfindungen ausgemustert werden.

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