Georgien : Weiter Verwirrung über Raketenfund

Die Hintergründe über den Einschlag einer Rakete in Georgien sind nach wie vor unklar. Russland erwartete von Georgien die Ergebnisse der Kommission, die zu Verletzungen des georgischen Luftraums durch russische Jagdbomber und dem Abwurf einer Luft-Boden-Rakete ermittelt.

Elke Windisch

Moskau - In dem Bericht ist von einer lenkbaren taktischen Rakete des Typs X-58 die Rede, die gegnerische Radarsysteme lahmlegt. Sie soll von einem Jagdbomber des Typs SU-24 abgefeuert worden und mit einem 140 Kilo schweren Sprengsatz ausgestattet gewesen sein. Dessen Zündung versagte jedoch beim Aufprall. Dadurch konnten die georgischen Ermittler sogar den Hersteller identifizieren: das russische Konstruktionsbüro „Raduga“. Georgien, dessen Nationalgarde seit der Revolution Ende 2003 nach Nato-Standard ausgerüstet wird, habe derartige Raketen nicht mehr, sagte ein Sprecher des Innenministeriums.

Inzwischen gibt es allerdings auch Darstellungen aus Georgien, nach denen pro-russische Rebellen den Abwurf der Rakete verursacht haben. Die Aufständischen hätten das russische Kampfflugzeug versehentlich mit einer Flugabwehrrakete beschossen, hieß es. Auf der Flucht aus dem georgischen Luftraum habe der Pilot seine Rakete ausgeklinkt, ohne sie abzufeuern. Ein Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums wies die Angaben zurück. Es habe sich kein russisches Kampfflugzeug in der Nähe befunden, sagte er. Eine Sprecherin der Rebellen in Südossetien nannte die Darstellung absurd.

Unterdessen hat die Europäische Union (EU) die Regierungen in Moskau und Tiflis im Streit um den Raketeneinschlag zur Besonnenheit aufgerufen. Beide Länder sollten sich zurückhalten und miteinander kooperieren, sagte eine EU-Sprecherin. Das Bundeskabinett hat indes die Verlängerung des Einsatzes der Bundeswehr in Georgien um weitere sechs Monate gebilligt. Dort befinden sich im Rahmen der UN-Mission Unomig derzeit elf deutsche Soldaten. Sie sollen den Waffenstillstand zwischen georgischen Truppen und abchasischen Kämpfern überwachen. Elke Windisch

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