Geplante Anschläge der "Düsseldorfer Zelle" : Prozessbeginn im Hochsicherheitstrakt

Erster Prozesstag in Düsseldorf: Die Angeklagten wirken so westlich wie weltlich. Doch die vier Muslime der sogenannten "Düsseldorfer Zelle" sollen Terroranschläge in Deutschland geplant haben. Ein Bericht aus dem Gerichtssaal.

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Hinter Sicherheitsglas. Die Angeklagten Abdeladim El-K. (r) und Amid C. beim Prozessauftakt am Mittwoch in Düsseldorf.
Hinter Sicherheitsglas. Die Angeklagten Abdeladim El-K. (r) und Amid C. beim Prozessauftakt am Mittwoch in Düsseldorf.Foto: dpa

Die Halle im Hochsicherheitstrakt des Oberlandesgerichts Düsseldorf betreten vier unauffällige junge Männer, alle mit akkuraten Kurzhaarfrisuren und Jeans. Keiner trägt Vollbart. Diesmal sehen die Angeklagten in einem der größeren Prozesse gegen muslimische Terrorverdächtige nicht aus wie beinharte Dschihadisten. Doch die Bundesanwaltschaft hält die Männer unbeirrt für Mitglieder der Terrororganisation Al Qaida und wirft ihnen vor, ein grauenhaftes Verbrechen geplant zu haben.

Die Angeklagten hätten mit einem „aufsehenerregenden Anschlag“ Vorbilder für andere Islamisten sein wollen, um diese „zu weiteren Anschlägen zu motivieren und Angst und Schrecken in Deutschland zu verbreiten“, verliest Bundesanwalt Michael Bruns am Mittwoch aus der Anklageschrift. Der Prozess gegen die „Düsseldorfer Zelle“, wie Abdeladim El-K. (31), Jamil S. (32), Amid C. (21) und Halil S. (28) als Gruppe von den Behörden tituliert werden, beginnt mit harten Worten gegen harmlos aussehende Angeklagte.

Der Marokkaner El-K. und der Deutschmarokkaner Jamil S. hätten im April 2011 „ihr Ziel dahingehend konkretisiert, dass sie einen mit Metallteilen versetzten Sprengsatz in einer größeren Menschenmenge zur Explosion bringen wollten“, sagt Bruns. „Des Weiteren überlegten sie, beim Eintreffen von Polizei und Rettungswagen nach der ersten Detonation eine weitere Explosion auszulösen“. Offen bleibt aber, wer attackiert werden sollte.

Die Angeklagten blicken meist ungerührt vor sich hin, El-K. nickt manchmal und grinst. Am 29. April 2011 wurden er, Jamil S. und der Deutschiraner Amid C. in Düsseldorf und Bochum festgenommen. Zuvor hatte das Bundeskriminalamt bei einem Lauschangriff mitbekommen, dass El-K. und Jamil S. in einer Wohnung versuchten, aus Grillanzündern sprengstofftaugliches Material herauszukochen.

Video: Der Prozessbeginn gegen die "Düsseldorfer Zelle"

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